„Nur ein TV-Star“: Ex-Trump-Sprecher erntet Häme für Kritik an Oprah Winfrey

Sean Spicer verkündete im Juli 2017 nach harscher Kritik seinen Rücktritt. (Bild: AP Photo)

Da hat Ex-Trump-Sprecher Sean Spicer aber mal eine Steilvorlage geliefert. Er kritisierte in einem Interview die fehlende politische Erfahrung der US-Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey, die aktuell als mögliche Gegnerin Trumps gehandelt wird. „Sean, Ihr Typ hatte keine Erfahrung!!!“, brüllte der Moderator ihn an. Zu einem ähnlichen Schluss kamen Twitter-Nutzer.

Zunächst ging es um das Trump-kritische Buch „Fire & Fury“ mit etlichen peinlichen Enthüllungen aus dem Weißen Haus. Dann kam der britische Moderator und bekennender Oprah-Fan Piers Morgan aber zur Sache. „Sehr viel schädlicher“ für Trumps Wiederwahl-Chancen 2020 sei doch Winfreys mögliche Kandidatur, sagte er im Interview mit Spicer. Denn: „Hier ist eine Selfmade-Milliardärin, ein größerer TV-Star, als es Trump war.“ Spicer würdigte die Moderatorin zunächst als weltweite „Ikone“, die ohne Zweifel eine „eindrucksvolle“ Gegnerin für Trump abgeben würde.

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„Aber davon abgesehen: Sie hat keine politische Infrastruktur“, gab der Ex-Präsidentensprecher im britischen Sender ITV zu bedenken. In der US-Geschichte sei es bereits vorgekommen, dass Kandidaten ohne politische Erfahrung ihr Glück versuchten und „Probleme hatten, sich zurechtzufinden“. Das war natürlich ein gefundenes Fressen für den Moderator. „SEAN, SEAN, SEAN!!“, brüllte Morgan in die Kamera. „Der derzeitige Präsident der Vereinigten Staaten hatte keine politische Erfahrung!!! Sean, Sie waren sein Pressesprecher! Haben Sie das vergessen?!“

„Oprah for President“? Sean Spicer hegt ungewöhnliche Zweifel. (Bild: AP Photo)

„Piers, lassen Sie mich den Satz beenden“, flehte Spicer. Morgan aber war in Fahrt geraten und verwies auf Trumps frühere Karriere als Gastgeber der Reality Show „The Apprentice“. „Sean, Ihr Typ hatte keine Erfahrung. Er war ein Fernsehstar!“ Der Interviewte entgegnete: „Präsident Donald Trump beweist, dass sie (die Wähler) Lust auf Außenseiter haben und dass man nicht zwangsläufig darüber (über politische Erfahrung) verfügen muss. Die Frage ist: War das eine Ausnahmeerscheinung oder ist das die neue Normalität?“ Dann konnte sich Spicer ein Kichern nicht verkneifen. „Nur darauf wollte ich hinaus. Ich weiß genau, für wen ich gearbeitet habe.“

Die hämischen Reaktionen auf Twitter ließen selbstredend nicht lange auf sich warten. Dem Unternehmer und Trump-Kritiker Ed Krassenstein reichte dieser kommentarlose Tweet, um Tausende von Likes zu erhalten: „Sean Spicer hat tatsächlich gesagt, dass Oprah Winfrey die politische Erfahrung fehlt, um Präsidentin zu sein.“


Nutzer Allen Marshall wurde da ein wenig deutlicher. „Sean Spicer findet, Oprah Winfrey ‚fehlt die Erfahrung, um Präsidentin zu sein.’ Dazu habe ich keinen Witz. Das IST der Witz.“ Dieser Tweet wurde mehr als 160-mal geteilt und über 750-mal mit „Gefällt mir“ markiert.


US-Radiomoderator Joe Madison lobte seinen britischen Kollegen. „Fand es klasse, wie Piers Morgan Sean Spicer für die Aussage ABGEKANZELT HAT, dass Oprah nicht genug politische Erfahrung für das Präsidentenamt hat.“


Die Trump-kritische Nachrichtenseite „Raw Story“ tweetete: „Sean Spicer kritisiert Oprahs Unerfahrenheit – nachdem er für den Moderator einer Gameshow ohne politische Erfahrung gearbeitet hat.“


Eine Twitter-Userin warf wie viele andere eine grundsätzliche Frage in den virtuellen Raum: „War Sean Spicer jemals eine glaubwürdige Quelle?“


Ausgerechnet Barack Obamas Wahlkampfmanager David Axelrod warnte Winfrey-Fans allerdings vor allzu hohen Erwartungen. Er bezweifle, dass die Moderatorin antreten wird, twitterte Axelrod und verwies auf einen entscheidenden Unterschied zwischen der Moderatorin und Trump. „Denn sie ist psychisch stabil UND ein Genie. Sie braucht diese Art der Aufmerksamkeit nicht.“