NSU-Untersuchungsausschuss sieht sich von Hessen behindert

Sitzung des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestags: Das Gremium erhebt schwere Vorwürfe gegen das Land Hessen. Foto: Michael Kappeler

Der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags erhebt schwere Vorwürfe gegen das Land Hessen. Er sehe in der lückenhaften Aktenvorlage des Landes «eine erhebliche Beeinträchtigung seiner Aufklärungsarbeit», heißt es im Abschlussbericht, der der «Frankfurter Rundschau» (Montag) vorliegt.

Laut dem Bericht haben hessische Ermittler nach dem Mord an Halit Yozgat am 6. April 2006 in Kassel auch einen «nicht reparablen» Fehler gemacht. Dieser betreffe den Umgang mit dem Verfassungsschutz-Mitarbeiter Andreas Temme.

Im Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags zum «Nationalsozialistischen Untergrund» wird heute Ministerpräsident Volker Bouffier als Zeuge erwartet. Der CDU-Politiker war Innenminister, als 2006 der deutsch-türkische Internetcafé-Betreiber Yozgat erschossen wurde. Das Pikante an dem Mordfall: Der Verfassungsschutz-Mitarbeiter Temme war kurz vor oder während der Tat in dem Café, nach eigenen Worten aus privaten Gründen. Er meldete sich jedoch nicht als Zeuge und wurde vorübergehend verdächtigt.

Informationen des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestags