NRW-Umweltministerin fordert nach Juli-Fluten mehr Hochwasser-Vorsorge

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Steinmeier in Ahrweiler (AFP/Michael Probst)

Vor dem digitalen Treffen der Umweltminister der Länder am Montag hat die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) Verbesserungen beim Hochwasserschutz gefordert. Wie sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) mitteilte, müssten "Hochwasser- und Starkregenvorsorge in neuen Dimensionen" gedacht werden. Extreme Unwetter wie im Juli in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit dutzenden Toten könnten sich an jedem Ort in Deutschland wiederholen.

Als Folge des Klimawandels seien Extremwetterereignisse zudem wahrscheinlicher geworden. Das lasse sich nicht verhindern, so Heinen-Esser. "Aber die Folgen und Schäden können durch verbesserte Vorsorge relevant gemindert werden." Dabei hob sie der Zeitung zufolge einen Punkt hervor: "Allen voran entscheidend sind bessere Prognose-Systeme für alle Flüsse." Vorhersagen müssten klarer und genauer werden. "Wenn wir durch präzisere Prognose-Tools ein paar Stunden gewinnen, kann dies Leben retten", sagte Heinen-Esser.

Für ihr eigenes Bundesland erklärte sie: "Ich setzte mich dafür ein, dass flächendeckend in Nordrhein-Westfalen – wo noch nicht vorhanden – Hochwasserschutzkonzepte und Starkregenkonzepte erarbeitet werden." Nur so könnten sich Kommunen auf künftige extreme Unwetter besser vorbereiten.

Starke Regenfälle hatten Mitte Juli katastrophale Überschwemmungen an Flüssen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ausgelöst. Viele Gemeinden wurden verwüstet. In Rheinland-Pfalz kamen im Zusammenhang mit dem Hochwasser 133 Menschen ums Leben. In Nordrhein-Westfalen gab es 48 Tote.

In der Folgezeit hatte es Ermittlungen gegen den Landrat von Ahrweiler in Rheinland-Pfalz wegen des Verdachts gegeben, dass dieser nicht angemessen auf Hochwasserwarnungen reagiert hätte. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war am Sonntag zu Besuch im schwer von der Flutkatastrophe getroffenen Landkreis Ahrweiler.

Unterdessen läuft die politische Suche nach Verantwortlichen für die Katastrophe weiter.Wie die "Rheinische Post" berichtete, hatte die SPD im Düsseldorfer Landtag vorgeschlagen, dass der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe auch in den betroffenen Gebieten selbst tagen soll.

Der Ausschussvorsitzende, Ralf Witzel (FDP), sagte der "Rheinischen Post", der Ausschuss habe sich einstimmig für einen Ortstermin ausgesprochen, bei dem die Abgeordneten sich ein Bild der Lage machen soll. "Konkrete Entscheidungen zum Datum oder möglichen Örtlichkeiten stehen noch aus", sagte Witzel. Die Vernehmungen von Sachverständigen und Zeugen fänden aber grundsätzlich im Landtag statt.

fml

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