NRW.Bank sieht zunehmende Spekulation mit Baugrundstücken

dpa-AFX

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Beobachtung der NRW.Bank Anzeichen für eine zunehmende Spekulation mit Baugrundstücken. In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Wohnungsmarktbericht verweist die landeseigene Förderbank auf die wachsende Kluft zwischen der Zahl der bestehenden Baugenehmigungen und den Baufertigstellungen.

Im Jahr 2016 sei dieser Überhang an Baugenehmigungen auf 100 000 Wohnungen gewachsen. Bis 2013 habe diese Lücke nur 60 000 Wohnungen betragen und steige seitdem stark an. Bauherren haben nach erteilter Baugenehmigung drei Jahre Zeit, um mit dem Bauvorhaben zu beginnen. Danach verfällt die Baugenehmigung.

Für den zunehmenden Zahl noch nicht genutzter Baugenehmigungen gibt es der Bank zufolge nachvollziehbare Gründe, etwa fehlende Kapazitäten der Baubranche oder geänderte Planungen des Bauherrn. "Allerdings dürfte auch Bodenspekulation eine immer größere Rolle spielen", heißt es in dem Bericht. Der tatsächliche Umfang der Spekulation lasse sich aus der Überhangstatistik nicht ablesen.

Als Spekulation bezeichnet die Bank Fälle, bei denen ein Bauantrag gestellt wird, obwohl der Investor gar nicht bauen, sondern nur die Bebaubarkeit des Grundstücks absichern will, um es später mit Gewinn weiterverkaufen zu können. "Insbesondere in den wachsenden Städte dürfte das zunehmend zum Problem werden und die Bodenpreisentwicklung weiter anheizen", warnt die NRW.Bank.

Im vergangenen Jahr dürfte die Zahl der erteilten Baugenehmigungen gesunken sein. Bis Ende September 2017 hatten die Bauämter Genehmigungen für knapp 39 000 Wohnungen erteilt. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 22 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 2016 waren insgesamt 66 000 Baugenehmigungen erteilt und gut 47 000 Wohnungen fertiggestellt worden.