Nowitzkis Ex-Team als Coach-Fabrik der NBA

Stefan Junold
·Lesedauer: 3 Min.

Beim Amt des Head Coaches setzen die Dallas Mavericks auf Konstanz. Rick Carlisle geht Ende des Jahres – wenn die neue Spielzeit der NBA denn wie geplant im Dezember beginnt – in seine 13. Saison als Mavs-Trainer.

Damit ist der Meister-Coach von 2011 in der besten Basketball-Liga der Welt am drittlängsten im Amt. Nur Gregg Popovich (seit 1996 bei den San Antonio Spurs) und Erik Spoelstra (seit 2008 bei den Miami Heat) liegen bei den dienstältesten Coaches noch vor ihm.

Doch bei Carlisles Staff sieht das etwas anders aus. Immer wieder haben großartige Assistenten des 61-Jährigen der Ex-Franchise von Dirk Nowitzki den Rücken gekehrt.

Silas wird neuer Rockets-Coach

Aktuelles Beispiel: Ab der kommenden Spielzeit geht Stephen Silas seinen eigenen Weg. Der Sohn des Ex-NBA-Stars Paul Silas wird Cheftrainer der Houston Rockets und dort Nachfolger von Mike D’Antoni. 2018 heuerte er bei den Mavs als Assistent von Carlisle an.

Macht er das bei den Rockets ähnlich gut wie seine Co-Vorgänger, winkt ihm eine tolle Laufbahn als Head Coach. Denn Silas ist nicht der Erste, der nach seinem Abgang bei den Texanern den Aufstieg zur Nummer eins an der Seitenlinie wagt.

Zwei frühere Carlisle-Assistenten haben bei ihren neuen Arbeitgebern inzwischen eine Ära geprägt.

Stotts führt Trail Blazers in Conference Finals

Der eine ist Terry Stotts. Der US-Amerikaner kam kurz nach Carlisles Amtsantritt im Sommer 2008 zu den Mavs. Er hatte als Offense-Coach maßgeblichen Anteil am Meistertitel drei Jahre später.

Kein Wunder, dass der heute 62-Jährige das Interesse anderer Franchises weckte. Das beste Angebot machten ihm offenbar die Portland Trail Blazers, die ihn 2012 unter Vertrag nahmen.

Und in Oregon coacht er heute immer noch. Stotts leistet bei den Trail Blazers seit Beginn seiner Amtszeit gute Arbeit, die in den Conference Finals 2019 gipfelte.

Casey von Dallas nach Toronto

Der andere ist Dwayne Casey. Der Ex-College-Trainer bekam schon ab 2005 die Chance als Head Coach der Minnesota Timberwolves, hielt sich jedoch nicht länger als zwei Jahre.

Dann führte ihn sein Weg nach Dallas, wo er wie Stotts zu Carlisles Trainerteam im Titeljahr gehörte. Casey ging direkt nach der Meisterschaft 2011, bei der er hauptsächlich für Defense-Strategien verantwortlich war, als Cheftrainer zu den Toronto Raptors.

Gleich nach seinem Amtsantritt hievte er die Kanadier auf ein neues Niveau. Dreimal in Folge führte er Toronto zum Franchise-Rekord bei Siegen in der Regular Season.

2015/16 erreichten die Raptors unter Casey das Finale der Eastern Conference, verloren jedoch gegen die Cleveland Cavaliers.

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Casey bei Raptors als Coach des Jahres ausgezeichnet

2018 wurde er entlassen – trotz eines neuen Teamrekords von 59 Siegen in einer Saison und der Wahl zum NBA Coach of the Year.

Mit den 320 Siegen, die die Raptors in den sieben Saisons unter Casey als Head Coach einfuhren, ist er der Trainer mit den meisten Siegen in der Geschichte der Franchise, die 2019 den Titel gewann.

Nach seiner Entlassung in Toronto engagierten ihn die Pistons, bei denen er noch heute die Fäden zieht.

Nowitzki traut Nash Großes zu

Die haben künftig mit Steve Nash und Amar’e Stoudemire auch zwei weitere Ex-Mavs bei den Brooklyn Nets in der Hand. Zumindest Stoudemire erlebte auch Carlisles Stil bei seinem Kurz-Engagement in Dallas 2015.

"Ehrlich, ich denke, er wird ein großartiger Coach sein", prophezeit Mavs-Legende Nowitzki seinem früheren Teamkollegen und Kumpel Nash. "Er hat die Voraussetzungen. Er war immer ein toller Anführer. Und er weiß, wie man mit den Jungs redet, er ist immer so positiv – das Gegenteil von mir manchmal", sagte der deutsche Superstar der Mavs-Homepage.

Er selbst hat Nashs Anfrage, Co-Trainer bei den Nets zu werden, abgelehnt. Doch gänzlich ausschließen will Nowitzki ein Traineramt in der NBA nicht…