Noten-Fälschung? Schiri-Bossen droht Aus

Herbert Fandel ist Chef des Schiedsrichter-Ausschusses

Im Schiedsrichter-Streit beim Deutschen Fußball-Bund sollen offenbar alle Unparteiischen über ihre Haltung zum Schiedsrichterausschuss-Chef Herbert Fandel und DFB-Projektmanager Hellmut Krug befragt werden.

Das berichtet die Bild. Fandel soll demnach sogar seinen Rücktritt angeboten haben, sollte sich die Mehrheit der Referees gegen ihn aussprechen. Auf SPORT1-Nachfrage wollte sich Fandel am Mittwochmorgen nicht äußern - auch nicht zu den Vorwürfen gegen ihn und Krug.

Am Dienstag hatte Schiedsrichter Manuel Gräfe nach einem gescheiterten "Friedensgipfel" in Frankfurt/Main seine Vorwürfe gegen das Funktionärs-Duo bekräftigt und vom DFB Konsequenzen gefordert. Gräfe hatte fehlende Transparenz, schlechten Führungsstil und Vetternwirtschaft bemängelt.

In dem vierstündigen Gespräch hatte Schiedsrichter-Sprecher Felix Brych Gräfes Anschuldigungen offensichtlich untermauert. Wie die Bild berichtet, soll Brych dabei fünf Schiedsrichter-Beobachter namentlich genannt haben, die von Krug angewiesen worden sein, ihre Noten zu ändern.  

Krug wollte bereits am Dienstag auf SPORT1-Nachfrage keinen Kommentar zum Schiri-Streit abgeben.

Die DFB-Ethikkommission prüft den Fall nach Informationen des Sportinformationsdientes bereits, eine offizielle "Anzeige" ist aber noch nicht eingegangen. Der Kommissionsvorsitzende und frühere Bundesaußenminister Klaus Kinkel könnte nun die Gespräche mit den Schiedsrichtern führen.