Notaufnahme nach Boygroup-Konzert: Fan von One Direction erlitt Lungenkollaps

Die ehemalige Band One Direction war leidenschaftliche Fans gewohnt. (Bild: AP Photo)

Ein weiblicher Fan der US-amerikanischen Boygroup One Direction schrie beim Anblick ihrer Idole so laut, dass ihre Lungen kollabierten.

Das Phänomen von kreischenden Fans ist nichts Neues mehr, seit die ersten Bilder der „Beatlemania“ in den 1960er-Jahren die Runde machten. Besonders jugendliche Fans von Boygroups haben den Ruf, ihre Stimmbänder bei dem Anblick ihrer Idole besonders zu strapazieren. Ein Mädchen überlastete bei einem Konzert der ehemaligen US-amerikanischen Teenie-Band One Direction ihre Lungen dermaßen, dass sie es in ein medizinisches Journal, „The Journal of Emergency Medicine“, schaffte. Das berichtet nun – knappe zwei Jahre später – unter anderem das Online-Magazin „Sciencealert.com“.

Weil sie einen Tag nach dem Konzert der Gruppe im Jahr 2015 immer noch an Kurzatmigkeit litt, wurde die 16-jährige Texanerin in die Notaufnahme gebracht. Sie litt an Atemnot, zeigte jedoch keine Begleitsymptome wie etwa Brustschmerzen. Sie hatte in der Vergangenheit nie Lungenprobleme gehabt. Der Arzt konnte weder verdächtige Geräusche noch Atemnot feststellen.

Eine Untersuchung ergab aber ein unerwartetes Symptom: Die Mediziner entdeckten ein knisterndes Geräusch unter ihrer Haut, als sie mit dem Finger auf die Vorderseite von Hals und Brust des Mädchens drückten. Das Symptom heißt auf Deutsch „Hautemphysem”: Luft gelangt ins Gewebe unter der Haut. Drückt man darauf, platzen die Luftblasen und machen ein knisterndes Geräusch.

Ob die Band selbst von diesem Vorfall schon gehört hat, ist nicht bekannt. (Bild: AP Photo)

Ein Röntgenbild zeigte, dass sich tatsächlich Luft an einigen Stellen angesammelt hatte – unter anderem in der Thoraxhöhle sowie im kleinen Bereich hinter dem Rachen. Damit nicht genug: Das Mädchen erlitt zusätzlich einen kleinen Lungenkollaps.

Die Kombination dieser Symptome sei laut den Medizinern einmalig, berichtet „Sciencealert.com“. Wie die Luft aus den Lungen ausgeströmt sei, darüber gab auch ein CT-Scan keinerlei Aufschluss. Die Ärzte mutmaßten, dass ein kleines Loch im Atemtrakt dafür verantwortlich sein könnte. Dieses Loch – das sich möglicherweise nur öffnet, wenn genug Druck ausgeübt wird – könne der Diabetes-Erkrankung des Mädchens geschuldet sein.

Schlussendlich nahm die Sache ein harmloses Ende: Das Mädchen wurde am nächsten Tag wieder entlassen. „Nach einer ereignislosen Beobachtungsperiode wurde die Patientin am folgenden Tag ohne weitere vereinbarte Besuchstermine für dieses Problem entlassen“, zitiert „Sciencealert.com“ den Report.

Derzeit besteht auch kaum die Chance, dass sich das Phänomen wiederholen könnte – zumindest bei einem One-Direction-Konzert. Die vier Musiker gaben am 25. August 2015 bekannt, dass die Gruppe ab März 2016 bis auf Weiteres pausieren werde.