Norwegische Verbraucherschützer warnen vor Kinder-Smartwatches

Felix Knoke
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Der norwegische Verbraucherverband Forbrukerrådet warnt vor Kinder-Smartwatches. Über "erhebliche Sicherheits- und Datenschutzlücken" könnten Angreifer die Uhren fernsteuern und so Kinder orten und belauschen.

Zusammen mit der IT-Firma Mnemonic hatte der Forbrukerrådet vier an Kinder vermarktete Smartwatches untersucht: Die Gator 2 GPS Watch*, das Tinitell-Armband, eine Noname-Smartwatch mit der SeTracker-App (gibt es zum Beispiel in Deutschland mit der Kiddy-Watch) und die Xplora T1 (die norwegische Marke der koreanischen Smartwatch JooN2 von Infomark).

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Das Ergebnis ist traurig: Keines der Geräte erfüllt ein Mindestmaß an Datenschutz. Nur das Tinitell-Gerät fragt wenigstens nach dem Einverständnis zur Datenerhebung und verspricht die Einhaltung grundlegender Sicherheitsstandards. Zwei Hersteller schließen die Vermarktung der bei den Kindern erhobenen Daten nicht aus, bei zwei anderen bleibt es unklar. Über eine Änderung der Nutzungsbedingungen werden Käufer und Nutzer keiner der Smartwatches informiert. Genau so wenig können Nutzerkonten und hinterlegte Daten bei keinem Gerät gelöscht werden.

Zu diesen Problemen beim Datenschutz kommen ganz handfeste Sicherheitsprobleme: Die Smartwatches werden über Apps getrackt. Die Kopplung einer jeweiligen Uhr mit einer App erfolgt in zwei Fällen über die Eingabe einer auf der Uhr aufgedruckten Kennzahl in der App. Wer also physischen Zugriff auf die Uhr hat, könnte mit wenig Aufwand Kopplung herstellen und die Uhr tracken.

Im Fazit heißt es:

"Nach dem Test der vier Smartwatches und Apps und der Lektüre der relevanten Nutzungsbedingungen scheint klar, dass das ein chaotischer und irgendwie unreifer Markt ist. Die Nutzungsbedingungen sind unklar und/oder illegal, Datenschutzauflagen werden nicht eingehalten und darüber hinaus funktionieren bei drei von vier Geräten die Sicherheitsfunktionen nicht wie beworben. [...] Alle Kunden, die ihre Kinder schützen wollen, sollten zwei Mal nachdenken, bevor sie eine Smartwatch kaufen, solange die im Bericht beschriebenen Fehler nicht behoben sind."

Analyse (PDF), Mnemonic