Krüger gewinnt Skiathlon bei Norwegens Dreifach-Sieg - Bing Elfter

Krüger gewinnt Skiathlon bei Norwegens Dreifach-Sieg - Bing Elfter

Der norwegische Skilangläufer Simen Hegstad Krüger hat die Favoriten düpiert und bei den Winterspielen in Pyeongchang überraschend die Goldmedaille im Skiathlon über jeweils 15 Kilometer im klassischen und freien Stil gewonnen. Der 24-Jährige setzte sich vier Kilometer vor dem Ende mit einem energischen Zwischenspurt ab und siegte bei seinem Olympia-Debüt vor seinen Landsleuten Martin Johnsrud Sundby und Hans Christer Holund. 
"Ich hatte ein Gefühl, das ich noch nie auf Ski hatte, mir fehlen die Worte. Als ich ein paar Meter zwischen mich und die anderen gelegt hatte, dachte ich nur: Jetzt musst du durchziehen", sagte Krüger bei Eurosport Norwegen. Für die Skandinavier war es das erste Gold in Pyeongchang und eine eindrucksvolle Demonstration der Stärke. Dabei kam der eigentliche Topstar Johannes Hösflot Kläbo, der den Gesamtweltcup deutlich anführt, überraschend nicht über Platz zehn hinaus. 
Bester eines deutschen Quartetts war Thomas Bing (Dermbach), der nach einem mutigen Rennen mit 43,7 Sekunden Rückstand Platz elf belegte. "Wenn mir vorher einer gesagt hätte, dass Bingo mit Kläbo um die Wette ins Ziel läuft, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Die Jungs haben ein starkes Rennen gemacht", sagte der deutsche Sportliche Leiter Andreas Schlütter. Lucas Bögl (Gaißach) wurde 16. (+59,9), Jonas Dobler (Traunstein) kam auf Platz 22 (+1:36,6), und Andreas Katz (Baiersbronn) belegte Rang 35 (+3:29,2).
Krüger, der schon auf den ersten Metern unverschuldet gestürzt war und dem Feld hinterher laufen musste, lag nach 1:16:20,0 Stunden acht Sekunden vor dem dreimaligen Gesamtweltcup-Gewinner Sundby, der erneut den ersten großen Einzelsieg in seiner Karriere verpasste. Der Schweizer Dario Cologna, der 2014 in Sotschi den Skiathlon gewonnen hatte, belegte Platz sechs.
Der russische Skiathlon-Weltmeister Sergej Ustjugow fehlte, er gehörte wie seine prominenten Landsleute Alexander Legkow (Sotschi-Olympiasieger über 50 km) und Maxim Wylegschanin (Silber übr 50 km) zu den Athleten, die im Zuge des russischen Dopingskandals vom IOC keine Einladung für die Spiele in Pyeongchang erhalten hatten.
Ustjugow und Co. waren am Tag vor der Eröffnungsfeier mit ihren Einsprüchen gegen die Ausbootung abgeblitzt. Somit sind in Pyeongchang nur international unbedeutende Skilangläufer aus Russland am Start.