Norwegens Regierung will Öl-Industrie mit Steuervorteilen helfen

OSLO (dpa-AFX) - Die norwegische Regierung will die heimische Öl- und Gas-Branche in der Krise unter anderem mit Steuervorteilen stützen. Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket soll gewährleistet werden, dass die Aktivitäten des Industriezweigs aufrechterhalten und Arbeitsplätze gesichert werden können, wie Ministerpräsidentin Erna Solberg am Donnerstag erklärte.

Unter anderem schlage man vorübergehende Änderungen im Steuersystem vor, damit geplante Projekte realisiert werden könnten. Effektiv soll das bedeuten, dass Unternehmen Steuern erst später zahlen müssen und sie somit die Möglichkeit zu Investitionen haben. Nach Angaben der Regierung kann dies einen mit Investitionen in den Jahren 2020 und 2021 verbundenen Liquiditätseffekt im Umfang von 100 Milliarden Kronen (8,95 Milliarden Euro) bedeuten. Die Regierung will einen entsprechenden Vorschlag am 12. Mai dem Parlament in Oslo vorlegen. Ende Mai soll dann ein Maßnahmenpaket für die Umstellung der Wirtschaft auf grüne Technologien folgen.

Die Öl- und Gasindustrie gilt als größter und finanziell wichtigster Wirtschaftszweig des Landes. Ein Großteil des norwegischen Reichtums gründet darauf. Die Regierung will die inländische Wirtschaft angesichts von Klimawandel und sinkenden Investitionen in fossile Brennträger zwar weniger ölabhängig machen. Dennoch sei es wichtig, dass der Fall für die Branche nicht zu tief ausfalle, so Solberg. "Wenn wir die Wachstumskraft in dieser Branche verlieren, verlieren wir auch einen großen Teil der treibenden Kraft bei der Umstellung."

Die Ölbranche wird derzeit nicht nur von der Corona-Pandemie, sondern auch von stark gesunkenen Ölpreisen vor Probleme gestellt.