Norwegen: Nationale Gedenkstätte für Utøya-Opfer eröffnet

Fast elf Jahre nach dem Terroranschlag in Oslo und Utøya ist in Norwegen eine nationale Gedenkstätte eröffnet worden. Es liegt am Fähranleger zu der Insel, auf der der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik im Juli 2011 69 überwiegend junge Menschen ermordete. Zuvor hatte er in der Hauptstadt acht Menschen durch eine Bombe getötet. 77 Bronzesäulen erinnern an die Opfer.

Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte am Samstag sichtlich bewegt bei der Zeremonie, er hoffe, das Mahnmal werde dazu beitragen, dass künftige Generationen von der dunklen Geschichte lernen könnten.

Neben Überlebenden, Hinterbliebenen und Helfern nahm auch Norwegens Kronprinz Haakon an der Eröffnung teil. "Ich denke beinahe jeden Tag an Sie, besonders an einem Tag wie heute", sagte Støre an Überlebende und Hinterbliebene gerichtet und fügte hinzu: "Wir können den Schmerz nicht erahnen, den Sie fühlen." Die Zeremonie endete mit dem Verlesen der Namen der Opfer, einer Schweigeminute und einem Trompetensolo. Dann wurden Rosen an der Stätte niedergelegt.

Um Gedenkstätte war jahrelang gestritten worden

Die Eröffnung stellt das Ende eines jahrelangen Streits um den Bau der nationalen Gedenkstätte dar, die eigentlich zum zehnten Jahrestag der Anschläge im vergangenen Sommer fertiggestellt werden sollte. Insbesondere war der genaue Standort umstritten gewesen. Bereits ein ursprünglicher Plan, eine Schneise in einen Felsvorsprung gegenüber von Utøya zu schlagen, hatte Unmut ausgelöst und war an Protesten gescheitert.

Als die Regierung im Sommer 2017 letztlich beschloss, die Stätte an dem Kai zu errichten, löste das erneut gemischte Gefühle bei den Anwohnern aus. Manche von ihnen waren an der Rettung verletzter und unter Schock stehender Jugendlicher beteiligt gewesen. Eine Reihe von Nachbarn klagte, weil sie ein Aufreißen alter Wunden fürchteten. Ein Gericht gab dem Bau dann Anfang 2021 letztlich grünes Licht.

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