In Norwegen entsteht eine gigantische Fabrik, in der eines der größten Probleme der Autoindustrie gelöst werden soll

John Stanley Hunter
Nordic Blue Crude

Obwohl der Trend zum Elektroauto geht, setzt ein Unternehmen jetzt verstärkt auf Verbrennungsmotoren — ausgerechnet im Vorzeigeland für E-Autos: Norwegen. Wie das „Manager Magazin“ berichtet, plant das Unternehmen Nordic Blue Crude langfristig zehn gigantische Fabriken, in denen ein „sauberes Wunder-Diesel für Hunderttausende Autos“ produziert werden soll. Zusammengesetzt wird es aus Kohlendioxid, Wasserstoff und elektrischem Strom aus Wasserkraft.

„Wir haben schon mit Konstruktionsarbeiten begonnen“, erklärte Nordic-Blue-Chef Gunnar Holen dem Magazin. Dazu plane das Unternehmen Investionen von 70 bis 80 Millionen Euro. Das Dresdner Unternehmen Sunfire ist bei dem Vorhaben ein wichtiger Partner. Denn sie Sachsen betreiben eine derartige Produktion bereits — allerdings bislang im kleineren Stil.

Mit dieser Idee könnten gleich mehrere Probleme der Autoindustrie gelöst werden: Der Treibstoff wird nahezu klimaneutral hergestellt und es entstehen weniger Abgase bei der Verbrennung. Dafür hat das Unternehmen namhafte Partner wie die Lufthansa, Audi, L'Oréal oder Total Tankstellen gewonnen.

Ab 2020 sind zehn Millionen Liter synthetischer Diesel pro Jahr geplant. Das reiche für etwa 13.000 Autos. „Als nächsten Schritt planen wir zehn derartige Fabriken in Norwegen“, sagt Holen. Dann ist das Ziel etwa eine Milliarde Liter pro Jahr. „Läuft die erste Anlage in Norwegen reibungslos, können die nächsten Anlagen größer und günstiger gebaut werden, so dass sich die Kapitalkosten pro Liter halbieren“, zitiert das Magazin Sunfire-Chef Nils Aldag.

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