Norwegen: In diesem Dorf ist es verboten, zu sterben

Julia Nageler
Das Dörfchen Longyearbyen
  • Im Dorf Longyearbyen ist es seit 1950 verboten, zu sterben
  • Grund dafür ist der Permafrostboden der Region

Das Dorf Longyearbyen in Norwegen hat nur 2.144 Einwohner, hält aber einige Rekorde: Nördlichste Bowlingbahn, nördlichste Bar oder nördlichster kommerzieller Flughafen der Welt. Sogar der nördlichste Dönerstand Europas ist dort zu finden. 

Es liegt so weit im Norden, dass es näher an Alaska liegt als an Teilen Europas.

Das ist auch der Grund, warum der Boden in dem Gebiet durchgehend gefroren ist. Der sogenannte Permafrostboden hat eine aktive Oberschicht und gleich darunter einen dauerhaft vereisten Abschnitt. 

Viren auf Eis

Aus diesem Grund können Menschen dort nicht bestattet werden. Diese gefrorene Schicht liegt nämlich genau in der Tiefe, in der auch Leichen für gewöhnlich vergraben werden. 

Das Eis sorgt aber dafür, dass nicht nur die Leichen präserviert werden, sondern auch die Krankheiten, an denen die Menschen gestorben sind. 

Diese Problematik wurde den Dorfbewohnern erstmalig 1950 bewusst. Damals ergaben Untersuchungen, dass Opfer der massiven Grippewelle von 1918 immer noch nicht verwest waren. Sie trugen auch noch Krankheitserreger in sich. Die besagte Grippewelle löschte damals 5 Prozent der Weltbevölkerung aus. 

Bitte draußen sterben

Kranke und alte Menschen werden also, bevor sie sterben, ins wärmere Oslo befördert und verbringen dort ihre letzten Tage. Sollte es tatsächlich mal einen Notfall geben, werden die Patienten ins nächste Krankenhaus eingeliefert. Dieses ist ungefähr zwei Stunden entfernt. 

Damit das System auch so aufrechterhalten werden kann, hat Longyearbyen kein Altersheim und versucht generell, die Bevölkerung jung zu halten. 

Der nun geschlossene Friedhof. 

Die schrägsten Gesetze

Das ist aber nicht die einzige absurde...

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