Noro-Virus grassiert bei Olympia-Sicherheitskräften in Pyeongchang

Seit Tagen herrscht in Pyeongchang klirrende Kälte

Extreme Kälte und ein grassierendes Noro-Virus machen den Organisatoren der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang zu schaffen. Nur wenige Tage vor der Eröffnung der Spiele am Freitag mussten sie 1200 Angestellte einer privaten Sicherheitsfirma ersetzen, nachdem sich in einer ihrer Unterkünfte das hochansteckende Magen-Darm-Virus verbreitet hatte. Eine anhaltende Rekordkälte könnte zudem die Eröffnungsfeiern im Olympiastadion zur Zitterpartie werden lassen.

Wie das Organisationskomitee am Dienstag mitteilte, litten 41 Mitarbeiter der privaten Sicherheitsfirma plötzlich unter Durchfall und Erbrechen. Sie seien in ein Krankenhaus gebracht worden, wo das Noro-Virus diagnostiziert worden sei. Um ein weiteres Um-Sich-Greifen des gefürchteten Virus zu verhindern, wurden demnach sicherheitshalber 1200 Sicherheitskräfte abgezogen. Sie würden nun durch 900 Soldaten der südkoreanischen Armee ersetzt.

Das Noro-Virus kann von Mensch zu Mensch oder durch infiziertes Essen und Trinken übertragen werden. Die erkrankten Sicherheitskräfte waren den Organisatoren zufolge in einer Unterkunft abseits des Olympischen Dorfes untergebracht, in dem die Athleten wohnen.

Kopfzerbrechen bereiten den Organisatoren auch die seit Tagen anhaltende Kältewelle mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. Die Ärzte der italienischen Delegation rieten ihren Sportlern bereits dazu, während der Zeremonie nicht sitzen zu bleiben, sondern sich ständig zu bewegen. Trainer, Betreuer und Funktionäre mit Herzproblemen oder Diabetes sollten ganz in der Wärme bleiben, statt sich im offenen Stadion der Kälte und dem Wind auszusetzen.

Selbst einige Athleten sorgen sich vor der voraussichtliche klirrenden Kälte während der Zeremonie. Für den Wettkampf sehe er kein Problem, sagte der japanische Skispringer Noriaki Kasai, ein Sprung dauere ja nur kurze Zeit. "Der schrecklichste Teil wird die Eröffnungsfeier sein. Ich werde Wärmepflaster an meinem gesamten Körper tragen müssen", sagte der 45-jährige Altmeister.

Derzeit treffen Organisatoren Vorbereitungen, damit die Athleten und 35.000 Zuschauer in dem offenen Stadion nicht allzu sehr frieren müssen: Sie lassen einen riesigen Windschutz installieren, haben 40 mobile Heizstrahler besorgt und richten 27 Aufwärmzonen ein. An alle Gäste im Stadion sollen zudem Decken, Wärmepads sowie Heizkissen verteilt werden.