Nordzypern fordert Zölle auf Hilfsgüter aus dem Süden

dpa-AFX

NIKOSIA (dpa-AFX) - Die UN-Mission auf Zypern hat bedauert, dass die türkisch-zyprischen Behörden neuerdings Zölle auf Hilfsgüter für griechische Zyprer im türkisch-zyprischen Norden erheben. Die Forderung der türkisch-zyprischen Verwaltung sei "eine unglückliche Entwicklung" und eine "einseitige Aktion", erklärte die United Nations Peacekeeping Force in Cyprus (UNFICYP) am Mittwoch.

Die Lieferungen von Hilfsgütern an die wenigen im Norden der Insel lebenden griechischen Zyprer entspreche einer seit mehr als 40 Jahren geltenden Vereinbarung beider Seiten, hieß es seitens der UN weiter. Eine für Mittwoch geplante Lieferung von Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern mit einem UN-Konvoi wurde wegen der Zollforderung abgesagt. Nur Medikamente wurden geliefert.

Nach dem Scheitern der Gespräche zur Wiedervereinigung Zyperns im Juli 2017 hat sich die Lage auf der seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel verschärft. Es gibt kaum noch Kontakte zwischen den politischen Führungen der griechischen und türkischen Zyprer. Die Insel ist nach einem Putsch griechischer Militärs und einer türkischen Invasion seit 1974 geteilt. Die Republik Zypern ist EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt jedoch im türkisch-zyprischen Norden nicht.