NordLB weitet die Verluste aus - Bilanzsumme klettert wieder

(Bloomberg) -- Bei der NordLB haben sich die Verluste im ersten Halbjahr ausgeweitet. Während Bewertungseffekte belasteten, stiegen das Zins- und Provisionsergebnis. Beim Neugeschäft drückte die Bank derweil aufs Tempo. Die Bilanzsumme legte nach jahrelangem Schrumpfkurs wieder zu.

Der Verlust vor Steuern belief sich auf 90 Millionen Euro, verglichen mit einem Fehlbetrag von 65 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, wie die NordLB am Mittwoch bekanntgab. Das Volumen der neu vergebenen Kredite lag bei rund 10 Milliarden Euro, was einem einem Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 70% entspricht.

Die NordLB war 2019 wegen hoher Schiffskreditrisiken mit einem 3,6 Milliarden Euro schwerem Rettungspaket gestützt worden. Im Gegenzug versprach die Bank, kleiner und regionaler zu werden. Die Bilanzsumme lag damals bei 145 Milliarden Euro, Ende März 2022 waren davon noch 111 Milliarden Euro übrig. Bis Juni stieg der Wert nun auf 112 Milliarden Euro an.

Der neue NordLB-Chef Jörg Frischholz hatte Anfang des Jahres im Bloomberg-Interview bereits angedeutet, das er wieder mehr Wachstum will. Das Institut habe die Krise hinter sich gelassen und werde deshalb nun im Markt erneut spürbarer werden, sagte er damals.

Die Neugeschäftsexpansion erfolgte unter strikter Beibehaltung konservativer Risikopolitik, betonte die Bank am Mittwoch, und begründete so auch eine Auflösung von Risikovorsorge im Halbjahr. Der Anteil notleidender Kredite verringerte sich und lag Ende Juni bei 0,7%.

Fair-Value-Bewertungen belasteten das Halbjahr mit 137 Millionen Euro. Dies stehe im Zusammenhang mit dem Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus und den Pensionsverpflichtungen, so die Bank, die den Sparkassen und dem Land Niedersachsen gehört.

Mit den Zahlen zum Halbjahr musste sich die NordLB erwartungsgemäß hinter den anderen großen Landesbanken einreihen. Die LBBW hatte 476 Millionen Euro verdient, die Helaba wies ein Plus von 327 Millionen Euro an und bei der BayernLB waren es 277 Millionen Euro.

(Neu: Bilanzsumme im 2. Absatz, CEO-Einordnung im 4. Absatz)

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