Nordkoreas Machthaber will Versorgungsprobleme lösen

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SEOUL/PJÖNGJANG (dpa-AFX) - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat für das neue Jahr einen "Kampf um Leben und Tod" ausgerufen. In seiner Rede zum Abschluss eines fünftägigen Parteitreffens in Pjöngjang stellte Kim am Freitag die wirtschaftspolitischen Ziele und die Überwindung der Versorgungsprobleme in den Mittelpunkt. Zudem müsse der weiteren Abwehr der Corona-Pandemie höchste Priorität in der Staatsarbeit eingeräumt werden, zitierten ihn die staatlichen Medien am Samstag. Nicht die geringste Nachlässigkeit werde erlaubt sein.

Zugleich schwor Kim die Teilnehmer der Sitzung des Zentralkomitees auf "militante Aufgaben" ein. Ziel sei es, die Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Das militärische Umfeld der koreanischen Halbinsel und die internationale Lage würden Tag für Tag instabiler.

Auf die Atomwaffen seines Landes sowie auf die USA, die Kim bei einem Parteikongress im vergangenen Jahr als "Hauptfeind" bezeichnet hatte, ging er hingegen nicht ein. Nach Ansicht von Beobachtern könnte das auch ein Hinweis darauf ein, dass die diplomatisch isolierte Führung in Pjöngjang weiter kein Interesse an neuen Verhandlungen mit Washington hat. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen, die seine wirtschaftliche Entwicklung hemmen.

2022 werde ein Jahr des "großen Leben-und-Tod-Kampfes" sein, der erfolgreich geführt werden müsse, sagte Kim. Die Hauptaufgabe werde es sein, den im vergangenen Jahr beschlossen Fünf-Jahres-Plan umzusetzen, "um eine bedeutungsvolle Veränderung in der Entwicklung des Staates und bei den Lebensbedingungen der Menschen herbeizuführen".

Kim räumte den Berichten zufolge besonders der ländlichen Entwicklung großen Raum ein. Die grundlegende Aufgabe sei es, die Agrarproduktion zu erhöhen und "das Nahrungsmittelproblem des Landes komplett zu lösen", sagte Kim, dem nach dem Tod seines Vater Kim Jong Il vor zehn Jahren die Macht übertragen worden war.

Wie das südkoreanische Militär unterdessen am Sonntag mitteilte, gelang es einer zunächst nicht identifizierten Person, illegal die schwer befestigte Landesgrenze nach Nordkorea zu überqueren. Die Person sei Samstagnacht dabei beobachtet worden, wie sie durch die vier Kilometer breite demilitarisierte Zone (DMZ) nach Nordkorea gelaufen sei, teilte der Generalstab am Sonntag mit.

Bei einer Auswertung von Überwachungsbildern sei später festgestellt worden, dass die Person bereits am Samstagabend den mehrfach verstärkten Stacheldrahtzaun in der DMZ zwischen beiden Ländern durchbrochen habe, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen Vertreter des Generalstabs.

Dass Südkoreaner nach Nordkorea überlaufen, ist äußerst selten. Vor der Corona-Pandemie waren aus Nordkorea jedes Jahr zahlreiche Menschen wegen Hungers oder Unterdrückung geflüchtet. Die meisten setzen sich über die Grenze nach China ab. Über dritte Länder gelangen viele später nach Südkorea.

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