Nordkoreas Machthaber wendet sich in seltenem Neujahrsbrief an Bevölkerung

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Neujahrsfeierlichkeiten in Pjöngjang

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat der Bevölkerung in einem seltenen Neujahrsbrief für die Unterstützung der Regierungspartei in diesen "schwierigen Zeiten" gedankt. Der handgeschriebene Brief wurde am Freitag veröffentlicht, kurz vor einem wichtigen Parteikongress, bei dem die wirtschaftlichen Ziele des Landes festgelegt werden sollen. Normalerweise hält Kim am 1. Januar eine TV-Ansprache, diese hatte er jedoch im vergangenen Jahr erstmals ausfallen lassen.

Der Neujahrsbrief erreichte die Nordkoreaner nach den Feierlichkeiten auf dem Kim-Il-Sung-Platz in Pjöngjang, wo das neue Jahr mit Feuerwerk, Gesang und Tanz eingeleitet wurde. Die Feier fand trotz der Corona-Pandemie statt, die nach Angaben der Behörden das Land noch nicht erreicht hat.

Kim wünschte der Bevölkerung in dem Brief, der von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde, Glück und Gesundheit und schrieb: "Auch im neuen Jahr werde ich hart arbeiten, um die neue Ära noch früher einzuleiten, in der die Ideale und Wünsche unseres Volkes in Erfüllung gehen werden."

Kim dankte der Bevölkerung auch für die Unterstützung der Partei "in schwierigen Zeiten" - wobei er sich offenbar auf die wirtschaftliche Not bezog, die durch internationale Sanktionen und die strengen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus ausgelöst wurde.

Südkoreanischen Medien zufolge schickte zuletzt Kims Vater Kim Jong Il im Jahr 1995 eine Neujahrsbotschaft an das Volk.

Der Kongress, bei dem ein neuer wirtschaftlicher und politischer Plan aufgestellt werden soll, ist das erste derartige Treffen seit fünf Jahren und erst das achte in der Geschichte Nordkoreas. Nordkoreanischen Medienberichten zufolge soll der Kongress Anfang Januar stattfinden, ein genaues Datum ist jedoch nicht bekannt.

gap/noe