Nordkoreas Atomtest: UN-Behörde prüft Daten weiter

dpa-AFX

WIEN (dpa-AFX) - Auch nach der Bestätigung eines sechsten Atomtests durch die nordkoreanische Regierung in Pjöngjang ist der Zwischenfall für die zuständige UN-Behörde offiziell ein "ungewöhnliches seismische Ereignis". Dieses sei jedoch deutlich stärker als der letzte Nukleartest Nordkoreas im vergangenen Jahr.

"Die Kraft des Ereignisses zeigt, dass Nordkoreas Atomprogramm ein ernstes Level erreicht haben könnte", sagte Lassina Zerbo von der UN-Behörde zur Überwachung des internationalen Kernwaffen-Teststopp-Abkommens (CTBTO) am Sonntag in Wien. Um den genauen Grund für die Erdstöße zu ermitteln, werde die UN-Behörde ihre Daten noch weiter auswerten.

Das weitere Vorgehen in der Krise mit Nordkorea bezeichnete Zerbo als "Millionen-Dollar-Frage". Sanktionen - die UN hatten erst im August die schärfsten bisher verhängt - würden keine Wirkung zeigen. Der UN-Sicherheitsrat will das kommunistische Land mit wirtschaftlichem Druck an den Verhandlungstisch zwingen. Es war die achte UN-Resolution im Zusammenhang mit Nordkoreas Atom- und Raketentests seit 2006.

Die CTBTO kämpft seit über 20 Jahren dafür, jede Form von Atomtests für zivile wie militärische Zwecke weltweit zu verbieten. Von 1945 bis zur Gründung der CTBTO 1996 wurden weltweit mehr als 2000 Atomversuche gezählt, seither waren es nur noch wenige. Neben Nordkorea unternahmen Indien und Pakistan jeweils zwei Tests. Staaten wie die USA simulieren die Funktionsfähigkeit ihrer Atomwaffen mittlerweile mit Großcomputern.