Nordkoreanischer Kapitän wegen Diebstahls in Japan angeklagt

Der nordkoreanische Kutter wird nach Hokkaido geschleppt

Der Kapitän eines nordkoreanischen Fischkutters, der auf einer japanischen Insel gestrandet war, ist in Japan wegen Diebstahls angeklagt worden. Der 45-Jährige wird beschuldigt, den Diebstahl verschiedenster Gegenstände aus einer Schutzhütte angezettelt zu haben, als sich die Fischer während eines Sturms auf einem unbewohnten Eiland vor der Insel Hokkaido in Sicherheit gebracht hatten, wie der Fernsehsender NHK am Donnerstag berichtete.

Die Seeleute ließen demnach bei dem Vorfall vor etwa einem Monat rund 40 Gegenstände im Gesamtwert von umgerechnet rund 42.000 Euro mitgehen, darunter Elektrogeräte und Solarpanele. Als der Fischkutter bei seiner Weiterfahrt von der japanischen Küstenwache gestoppt wurde, hatte die Besatzung bereits einen Teil des Diebesguts ins Meer geworfen. Einige der Seeleute räumten den Diebstahl ein. Der Kapitän und zwei seiner Besatzungsmitglieder kamen in Gewahrsam.

Nur der Kapitän muss sich nun vor Gericht verantworten, die neun anderen Seeleute sollen nach Nordkorea zurückgeschickt werden. Nordkorea schickt seine Fischerboote immer weiter ins Japanische Meer hinaus, in der Hoffnung, dort besonders große Fänge zu machen. Weil die nordkoreanischen Kutter oft in einem schlechten Zustand sind, kommt es immer wieder zu Notfällen auf See. Immer wieder tauchen menschenleere "Geisterschiffe" auf oder stranden Boote mit - toten oder lebendigen - nordkoreanischen Fischern an Japans Küsten.