Nordkoreanische Künstler in Südkorea von Protesten empfangen

Fähre mit nordkoreanischen Künstlern bei der Ankunf in Südkorea

Wütende Demonstranten haben eine Gruppe nordkoreanischer Künstler empfangen, die anlässlich der Olympischen Winterspiele nach Südkorea gereist ist. Hunderte Menschen versammelten sich am Dienstag am Hafen der südkoreanischen Stadt Donghae, wo das Schiff mit den 120 Künstlern aus dem Norden ankam, und machten ihrem Unmut über die Politik Nordkoreas Luft. Die Demonstranten trugen Plakate mit durchgestrichenen Gesichtern des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, einige zerknüllten die Plakate und zertraten sie auf dem Boden.

"Wir befinden uns im Kriegszustand und wir laden die Prostituierten unseres Feindes ein", erregte sich einer der Demonstranten. Die Protestierer skandierten auch "Wir sind gegen die Olympischen Spiele von Pjöngjang". Sie werfen der nordkoreanischen Führung vor, die am Freitag beginnenden Winterspiele in Pyeongchang gekapert zu haben.

Nordkorea hatte erst vor wenigen Wochen seine Teilnahme an den Winterspielen in Pyeongchang verkündet. Die Teilnahme gilt als wichtiges Zeichen der Entspannung im Verhältnis zwischen den beiden verfeindeten Staaten. Neben nordkoreanischen Athleten reisen auch offizielle Delegierte und Künstler nach Südkorea.

Die am Dienstag in Donghae angekommene Truppe soll nach Angaben der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA vor der Eröffnungszeremonie der Winterspiele auftreten und am 11. Februar einen Auftritt in der Hauptstadt Seoul haben.