Nordkorea will Nuklearwaffenprogramm fortsetzen

Unbeeindruckt von neuen UN-Sanktionen will Nordkorea die Entwicklung von Nuklearwaffen fortsetzen. Machthaber Kim möchte damit nach eigener Aussage ein Machtgleichgewicht mit Washington erreichen.


Nordkorea will sich auch von den härteren Sanktionen gegen das Land nicht von seinem Nuklearwaffen-Vorhaben abbringen lassen. Dieses würde trotz aller Strafmaßnahmen abgeschlossen werden, teilte Machthaber Kim Jong Un am Samstag laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA mit. Das Ziel sei es, ein Machtgleichgewicht mit den USA herzustellen und die US-Regierung davor zu warnen, militärische Schritte gegen Nordkorea einzuleiten, sagte Kim. Die bisherigen Errungenschaften seien auch unter den bereits bestehenden Sanktionen möglich gewesen.


Nordkorea hatte am Freitag erneut eine Rakete des Typs Hwasong-12 über Japan hinweggeschossen. Die Rakete flog rund 3700 Kilometer weit bevor sie in den Pazifik stürzte. Kim sei mit dem Test zufrieden gewesen, meldete KCNA. Die Nuklearwaffen waren laut Kim kurz vor der Fertigstellung. Das Ziel sei es, die Kapazitäten für einen nuklearen Gegenangriff auf die USA zu haben. Weitere Raketentests würden folgen. Nordkorea hatte gedroht, Raketen auf das US-Außengebiet Guam zu schießen. US-Präsident Donald Trump forderte mehrfach, dass Nordkorea sein Nuklearwaffenprogramm und seine Raketentests einstellt.

Der Weltsicherheitsrat hat den jüngsten Raketentest Nordkoreas als „höchst provokativ“ verurteilt und Pjöngjang aufgefordert, Schritte zur Entnuklearisierung der Koreanischen Halbinsel zu unternehmen. Alle 193 UN-Mitgliedsländer müssten die Sanktionen gegen Nordkorea völlig und sofort umsetzen, erklärte das Gremium am Freitag nach einer Dringlichkeitssitzung. Der UN-Sicherheitsrat betonte die Wichtigkeit, Spannungen in der Region abzubauen und Frieden und Stabilität auf der Koreanischen Halbinsel zu erhalten. Das Gremium gab jedoch zunächst keine weiteren Schritte gegen Nordkorea bekannt.


Nordkoreas engste und wichtigste Handelspartner müssten nun zeigen, dass sie alles in ihrer Macht stehende unternähmen, um die Sanktionen umzusetzen, sagte der britische Botschafter an die UN, Matthew Rycroft. Zu weiteren Schritten in dem Konflikt äußerte sich der Sicherheitsrat zunächst nicht.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, der am Wochenende unter anderem zu politischen Gesprächen nach China reist, sprach sich für eine Kombination aus wirtschaftlichem Druck und Verhandlungsangeboten im Atomstreit mit Nordkorea aus. Das Beispiel Iran zeige, dass beides gebraucht werde, sagte er im SWR. Zuvor hatte Gabriel den Raketentest Nordkoreas „auf das Schärfste“ verurteilt. „Das Regime in Pjöngjang führt uns erneut vor Augen, dass es eine ernste Bedrohung für den Weltfrieden darstellt“, sagte er in Berlin.