Nordkorea wütend über Olympia-Einladung an Vater von verstorbenem Ex-Häftling

Pence (vorn) sowie die Vertreter Nordkoreas bei der Eröffnungsfeier

Nordkorea hat wütend auf die Einladung der USA an den Vater des 2017 nach der Freilassung aus nordkoreanischer Haft verstorbenen US-Bürgers Otto Warmbier zu den Olympischen Spielen in Südkorea reagiert. In einer Meldung der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA hieß es am späten Donnerstagabend, die USA führten eine "Diffamierungskampagne" gegen Nordkorea, um den internationalen Druck zu erhöhen.

US-Vizepräsident Mike Pence war zusammen mit Fred Warmbier nach Südkorea gereist. Dessen Sohn Otto Warmbier war 2016 als Student bei einer Reise nach Pjöngjang wegen des Diebstahls eines Plakats verhaftet worden. Der 22-Jährige wurde zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt und später aus ungeklärten Umständen im Zustand des Komas von der nordkoreanischen Führung freigelassen. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA starb er.

Im KCNA-Bericht hieß es, die USA wollten Nordkorea für den Tod des Studenten verantwortlich machen. Washington wolle seine Versuche rechtfertigen, Nordkorea "gewaltsam zu unterdrücken". US-Präsident Donald Trump fürchte die Stärke Nordkoreas, hieß es weiter.

Pence hatte Warmbiers Vater zur Eröffnungsfeier in Pyeongchang eingeladen, um "die Welt an die Gräuel zu erinnern, die sich in Nordkorea abspielen", wie der Vizepräsident damals im Kurzbotschaftendienst Twitter schrieb.

Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang haben wegen Nordkoreas Atomwaffenprogramm und wiederholter Raketentests in den vergangenen Monaten zugenommen. Als ein Zeichen der Annäherung zwischen den beiden koreanischen Staaten wird die Teilnahme der nordkoreanischen Delegation an den Winterspielen in Pyeongchang gewertet.