Tod von Otto Warmbier: Verhältnis zwischen USA und Nordkorea steht Eiszeit bevor

Warum der Student ins Koma fiel und starb, lässt sich womöglich niemals klären.

Am Ende kehrte er nachhause zurück. Aber seine Heimat hat Otto Warmbier nicht mehr gesehen. Knapp eine Woche nach seiner Freilassung aus einem Arbeitslager in Nordkorea ist der 22-jährige US-Student, der monatelang im Wachkoma lag, am Montag in Cincinnati gestorben. „Die furchtbar qualvollen Misshandlungen, die unser Sohn in den Händen der Nordkoreaner erfahren hat, machten das traurige Ende unausweichlich“, erklärten die Eltern.

Damit endet eine Tragödie, die an finsterste Zeiten des Kalten Krieges erinnert und den menschenverachtenden Zynismus des kommunistischen Regimes von Pjöngjang vorführt, das immer wieder versucht, amerikanische Häftlinge als Faustpfand für politische Forderungen einzusetzen. Dieses Mal missglückte die Aktion offenbar. In den USA machen sich nun Wut und Entsetzen breit, und Forderungen nach Konsequenzen werden lauter. Das wegen des nordkoreanischen Atomprogramms ohnehin miserable Verhältnis zwischen Washington und Pjöngjang steht vor einer Eiszeit.

Nordkorea muss für Warmbiers Tod verantwortlich gemacht werden

„Otto Warmbier, ein amerikanischer Staatsbürger, wurde vom Regime von King Jong-un ermordet“, erklärte der republikanische Senator John McCain am Dienstag: „Die Vereinigten Staaten können und dürfen den Mord an seinen Bürgern durch feindliche Mächte nicht länger tolerieren“, forderte der Hardliner aus Arizona. Doch auch der demokratische Senator Benjamin L. Cardin machte Nordkorea direkt für den Tod des Studenten verantwortlich: „Otto ist tot wegen des repressiven, mörderischen Regimes von Kim Jong-un“, erklärte er und verlangte, die Regierung in Pjöngjang müsse für ihr „fortgesetztes barbarisches Verhalten verantwortlich gemacht werden“.

US-Präsident Donald Trump hatte in einer ersten schriftlichen Stellungnahme am Montagabend „die Brutalität des nordkoreanischen Regimes“ verdammt. Doch dabei dürfte es kaum bleiben. Trumps Zusatz, Amerika sei in der Lage, damit umzugehen, klingt wie eine unbestimmte Drohung. Zunächst geht es darum, weitere dramatische Verhaftungen von US-Bürgern zu verhindern. Im amerikanischen Repräsentantenhaus gibt es bei Republikanern und Demokraten seit längerem Überlegungen für Reiserestriktionen. Inzwischen erwägt Außenminister Rex Tillerson ein generelles Reiseverbot für US-Bürger in das kommunistische Land,...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung