Norditaliener stimmen über Autonomie ab

An diesem Sonntag findet in den zwei reichsten Regionen Italiens ein Autonomie-Referendum statt.

Aber anders als im Konflikt zwischen Spaniens Zentralregierung und der Region Katalonien geht es bei dieser Abstimmung nicht um eine mögliche Abspaltung von Italien. Vielmehr wollen die von der rechtspopulistischen Lega Nord regierten Regionen Lombardei und Venetien über mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit von der Zentralregierung abstimmen lassen.

Mailand rechnet stets vor, dass es 54 Millionen Euro mehr Steuern nach Rom überweist, als es zurück bekommt.

Kurzum, es geht ums Geld: Die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt laut EU-Statistik in Venetien bei 30 800 Euro, in der Lombardei bei 35 700 Euro, das ist mehr als doppelt so viel wie im süditalienischen Kalabrien, das mit gerade einmal 16 600 Euro aufwarten kann.

Laut Verfassung ist mehr Autonomie für die Regionen möglich, wenn es um Bildung, Umweltschutz, Ziviljustiz und Kultur geht. Der Lega Nord, die früher immer für eine Abspaltung von Italien warb, schwebt inzwischen eine ausgedehnte Autonomie vor, wie sie etwa Südtirol genießt.

Das Referendum ist nicht bindend, sondern soll der Regionalregierung eine bessere Verhandlungsposition in Rom verschaffen.

Oggi #spritz col Leon! #ReferendumVeneto #22ottobre #Autonomia #referendumlombardia pic.twitter.com/IwVxrnToUc— Marco Bux (@MARC0BUX) October 21, 2017