Ein nordfriesisches Dorf zeigt, wie der Breitband-Ausbau gelingen kann

Leonhard Landes
Der Ortseingang von Löwenstedt.

Wer nach Löwenstedt in Nordfriesland fährt, sieht braune Äcker und graue Windräder, einige Schafe und manchmal Pferde auf den Koppeln.

Nicht zu sehen ist dagegen das besondere Zeichen für den Fortschritt in der Region. Denn es liegt knapp einen Meter unter der Erde begraben: Glasfaser-Kabel.

Sie versorgen hier jeden Haushalt der 650-Einwohner-Gemeinde mit High-Speed-Internet. Nur 36 Prozent der Haushalte auf dem Land haben in der Bundesrepublik einen Breitband-Anschluss, selbst im Umland von Städten wie München wird die 70-Prozentmarke wohl erst in einigen Jahren geknackt.

In Löwenstedt dagegen kann schon seit 2014 jeder mit schnellem Internet surfen. Und wenn das Haus oder der Hof auch noch so abgelegen liegt.

Die Geschichte von Löwenstedt zeigt: Schnelles Internet für jeden ist möglich, wenn die Menschen und die Gemeinde vor Ort selbst anpacken anstatt auf die Regierung in Berlin und die großen Konzerne zu warten. Und sie zeigt vor allem, wie wichtig der Anschluss ans Netz für ein kleines Dorf wie Löwenstedt ist. 

“Smart village” in Schleswig-Holstein

Löwenstedts Bürgermeister Holger Jensen hat in den vergangenen Wochen mit vielen Journalisten gesprochen. Sie wollten wissen, wie es die kleine Gemeinde im hohen Norden geschafft hat, zu einer Art “smart village” zu werden, zu einem Vorreiter beim Thema Digitalisierung.

Noch vor wenigen Jahren war daran nicht zu denken. Früher habe immer nur einer der Bewohner im Ortskern ins Internet gehen können, erzählt Jensen. Alle anderen seien rausgeschmissen worden, so schlecht sei die Verbindung damals gewesen.  

Für Jensen bedeutete das: Jeder Gang ins Internet musste vorab geplant werden. Der gebürtige Löwenstedter ist ehrenamtlicher Bürgermeister, hauptberuflich ist er Landwirt. Wenn er ein neues Kalb anmelden muss, hat er dafür zehn Tage Zeit.

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