Nord Stream 2: Bedenken bei Jamaika-Parteien

dpa-AFX

BERLIN/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Gegen das deutsch-russische Pipelineprojekt Nord Stream 2 gibt es Vorbehalte bei den möglichen Partnern einer Jamaika-Koalition. "Das Projekt bremst die erneuerbaren Energien aus und ist ein Spaltpilz für Europa", sagte Grünen-Vizefraktionschef Oliver Krischer nach einer Meldung des "Spiegels" vom Freitag. Die geplante Pipeline erhöhe nur die Abhängigkeit von Russland.

Der FDP-Politiker Michael Link fordert demnach ebenfalls eine Überprüfung. Die FDP wolle die EU weniger abhängig von russischer Energie machen und sei für eine gemeinsame EU-Energiepolitik. "Beide Ziele passen schlecht zum Nord-Stream-2-Projekt", wird Link zitiert. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sagte: "Die neue Koalition sollte das Thema nicht aus dem Blickwinkel einzelner Unternehmen oder gar einzelner Personen betrachten."

Die bisherige Bundesregierung unterstützt die Gasleitung, die ab 2018 neben der bestehenden Pipeline Nord Stream 1 durch die Ostsee verlegt und 2019 eröffnet werden soll. Vor allem die SPD verspricht sich davon preiswertes Gas. Mehrere östliche EU-Staaten lehnen das Projekt kategorisch ab. Die EU-Kommission ist ebenfalls skeptisch und sucht einen Weg, vorab mit Russland über den Betrieb zu verhandeln.