Nord- und Südkorea vereinbaren weitere Schritte der Annäherung

Koreanische Fans schwenken "Vereinigungsfähnchen"

Angesichts der nahenden Olympischen Winterspiele haben Nord- und Südkorea weitere Schritte der Annäherung vereinbart. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, einigten sich Vertreter beider Seiten am Mittwoch in Panmunjom in der entmilitarisierten Zone darauf, dass die Teams beider Länder gemeinsam bei der Eröffnungsfeier auftreten. Dabei sollen sie eine Flagge tragen, die für eine Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten wirbt.

Überdies soll es eine Damen-Eishockeymannschaft mit Sportlerinnen aus dem Norden und dem Süden geben. Nordkorea wolle zu den im Februar stattfindenden Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang eine 550 Mitglieder zählende Delegation entsenden, hieß es in einer Mitteilung Südkoreas. 150 Gesandte sollen im März bei den Paralympics dabei sein.

Südkorea will zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele außerdem Skifahrer für gemeinsame Trainingseinheiten in das Masikryong-Skigebiet im Norden schicken. "Der Süden und der Norden müssen auf Basis der heutigen Vereinbarungen weiter arbeiten", sagte Südkoreas Vize-Vereinigungsminister Chun Hae Sung.

Die Winterspiele finden nur etwa 80 Kilometer südlich der entmilitarisierten Zone statt, die die koreanische Halbinsel teilt. In den vergangenen Monaten waren die Spannungen auf der seit Jahrzehnten geteilten Halbinsel stärker geworden. Grund dafür waren unter anderem mehrere Raketentests Pjöngjangs.

Seit der Neujahrsansprache von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gab es jedoch eine Annäherung. Am vergangenen Dienstag trafen sich erstmals seit mehr als zwei Jahren Regierungsvertreter aus Nord- und Südkorea zu direkten Gesprächen.

Nordkoreas Delegationsleiter Jon Jong Su sagte zu Beginn des Treffens am Mittwoch, er hoffe auf eine Öffnung zwischen den beiden Staaten. "Die innerkoreanischen Beziehungen sind seit fast zehn Jahren angespannt", sagte er. Die Ergebnisse des Treffens sollen am Samstag mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) im Schweizerischen Lausanne diskutiert werden.

So könne das IOC "die Konsequenzen und die möglichen Auswirkungen auf die Olympischen Spiele" bewerten, sagte ein Sprecher des IOC. Das Komitee muss zusätzliche Startplätze für nordkoreanische Athleten genehmigen, nachdem diese die Qualifikation verpasst oder Registrierungsfristen versäumt hatten.

Südkorea muss indes Wege finden, die nordkoreanische Delegation aufzunehmen, ohne dabei gegen Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zu verstoßen, die etwa Geldtransfers nach Pjöngjang verbieten. Auch hochrangige Mitglieder der Delegation, die auf schwarzen Listen der UN stehen, könnten ein Hindernis darstellen. Eine nordkoreanische Gesandtschaft besucht am nächsten Donnerstag den Süden, um die Anlagen an den Spielstätten zu inspizieren.

Der Vorschlag einer gemeinsamen Frauen-Eishockeymannschaft hat in Südkorea derweil wenig Begeisterung ausgelöst. Kritiker werfen der Regierung vor, südkoreanischen Spielerinnen aus politischen Gründen die Chance zu nehmen, an den Spielen teilzunehmen. Zehntausende haben bereits Online-Petitionen unterschrieben, um Präsident Moon Jae In dazu zu bringen, den Plan aufzugeben. Südkorea hat sich nur als Gastgeber für das Eishockeyturnier qualifiziert und gilt nicht als Medaillenkandidat.