"Nomadland" mit Top-Preis des Verbands der US-Regisseure ausgezeichnet

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Regisseurin Chloe Zhao

Das Sozialdrama "Nomadland" von Regisseurin Chloe Zhao hat seine Favoritenrolle bei den Oscars mit einer weiteren Auszeichnung gefestigt: Die Directors Guild of America (DGA), in der die US-Regisseure zusammengeschlossen sind, kürte den Film am Samstag (Ortszeit) in der Top-Kategorie. Auch bei den britischen Bafta-Awards gilt "Nomadland" als Favorit. Die zweitägige Preisverleihung begann am Samstag mit den Auszeichnungen in technischen Kategorien und einer Würdigung des verstorbenen Prinzen Philip.

Zhao erhielt den DGA-Award für den besten Spielfilm. Ihre gesamte Dankesrede widmete die wegen der Corona-Pandemie per Video zugeschaltete 39-jährige Filmemacherin ihren Mit-Nominierten. "Ich muss mich bei Euch bedanken, dass Ihr mir so viel beigebracht und mich unterstützt habt", sagte die in Peking geborene Zhao, deren Film sich mit in Autos und Wohnmobilen lebenden modernen Nomaden in den USA beschäftigt.

Dieses Jahr hatte die DGA erstmals zwei Frauen in der Top-Kategorie nominiert. Neben Zhao kam auch die Britin Emerald Fennell mit ihrem Thriller "Promising Young Woman" in die engste Auswahl. Zudem wurden "Mank" über die Entstehung des Hollywood-Klassikers "Citizen Kane" von David Fincher, der Thriller "The Trial of the Chicago 7" von Aaron Sorkin und das Einwanderer-Drama "Minari - Wo wir Wurzeln schlagen" des koreanisch-stämmigen Regisseurs Lee Isaac Chung nominiert.

Die in Hollywood verliehenen DGA-Preise gelten als guter Indikator dafür, wer den Regie-Oscar gewinnen wird. Abgesehen vom vergangenen Jahr lagen sie bei der Kür des Siegers in den sechs vorangegangenen Jahren jedes Mal richtig. Die Oscar-Verleihung findet wegen der Corona-Pandemie dieses Mal erst am 25. April statt.

Vor Zhao hatte erst eine Frau - Kathryn Bigelow - die DGA-Topkategorie gewonnen. Wenig später räume sie mit ihrem Kriegsfilm "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" im März 2010 bei den Oscars als bislang einzige Frau den Regiepreis sowie weitere Trophäen ab.

Zhao ist auch bei der Verleihung der Preise der British Academy of Film and Television Arts (Bafta) mit "Nomadland" Favoritin in den Kategorien "bester Film" und "beste Regie". Die mehrfach Oscar-prämierte Hauptdarstellerin Frances McDormand kann auf den Preis als beste Hauptdarstellerin hoffen. Die auf zwei Abende verteilte Preisverleihung begann am Samstag mit den technischen Kategorien.

Der Film "Ma Rainey's Black Bottom" über Blues-Musiker im Chicago der 1920er Jahre bekam die Preise für die besten Kostüme und bestes Make-up und Hairstyling. "Mank" gewann die Kategorie Szenenbild, Christopher Nolans Science-Fiction-Action-Thriller "Tenet" wurde für die besten visuellen Spezialeffekte ausgezeichnet. Für die Verleihung der Preise in den Hauptkategorien am Sonntag wurde die Londoner Royal Albert Hall ausgewählt. Allerdings war wegen der Corona-Pandemie kein Publikum zugelassen.

Der erste Abend der Bafta-Preisverleihung begann mit einer Würdigung von Prinz Philip, der am Freitag im Alter von 99 Jahren nach 73 Ehejahren an der Seite der britischen Königin Elizabeth II. gestorben war. "Es war die Unterstützung von Prinz Philip und Ihrer Majestät die Königin in all diesen Jahren, die es in vieler Hinsicht der Bafta, einer führenden gemeinnützigen Einrichtung in der Kunst, ermöglicht haben, in schwierigen Zeiten weiter zu machen", sagte Moderatorin Clara Amfo. Philips Enkel Prinz William, der eigentlich an der Preisverleihung teilnehmen wollte, sagte ab.

yb/lan