Noch größerer IndyCar-Fan als vorher: Felix da Costa nach starkem ersten Test

Mario Fritzsche
·Lesedauer: 4 Min.

Während sich NASCAR-Star Jimmie Johnson am Montag beim IndyCar-Test im Barber Motorsports Park noch schwertat, kam Formel-E-Champion Antonio Felix da Costa auf Anhieb bestens zurecht. Weil Rahal-Stammfahrer Graham Rahal aus persönlichen Gründen (Ehefrau Courtney Force ist hochschwanger) verzichtete, erhielt Felix da Costa von Teambesitzer Bobby Rahal die Gelegenheit, erstmals einen IndyCar-Boliden zu testen.

Und weil auch Takuma Sato als der zweite Stammfahrer nicht zur Verfügung stand, da er sich gegenwärtig in seiner Heimat Japan aufhält, kam Felix da Costa als Gastfahrer direkt die Testarbeit des gesamten Rahal-Teams zu. Im Verlauf von 73 Runden auf dem schwierigen und ihm unbekannten Kurs im Barber Motorsports Park erledigte der Portugiese nicht nur einen Großteil des Programms. Er war auch auf Anhieb richtig schnell und hatte unterm Strich weniger als 0,8 Sekunden Rückstand auf die Tagesbestzeit.

Wenngleich die Chancen auf eine volle IndyCar-Saison für Felix da Costa derzeit gering sind, hat er nach dem erfolgreichen Testdebüt umso mehr Lust bekommen, in Zukunft zumindest das eine oder andere Rennen in der IndyCar-Serie zu absolvieren.

Felix da Costa träumt nach Test von IndyCar-Rennen bei passender Gelegenheit

Felix da Costa träumt nach Test von IndyCar-Rennen bei passender Gelegenheit<span class="copyright">Rahal Letterman Lanigan Racing</span>
Felix da Costa träumt nach Test von IndyCar-Rennen bei passender GelegenheitRahal Letterman Lanigan Racing

Rahal Letterman Lanigan Racing

"Ich würde liebend gerne IndyCar-Rennen fahren", sagt Felix da Costa im Gespräch mit 'Motorsport.com' und weiter: "Ich bin seit jeher ein riesengroßer Fan von Amerika und der Art und Weise, wie man Sport aufzieht und mit den Fans interagiert. Insbesondere von der IndyCar-Serie bin ich schon immer ein Fan. Viele meiner Freunde und Gegner, gegen die ich in der Vergangenheit gefahren bin, haben hier Rennen bestritten. Das sind Leute, vor denen ich großen Respekt habe. Und ich habe immer viel Spaß, wenn ich mir die Rennen im Fernsehen anschaue."

"Deshalb wollte ich schon immer hierher kommen. Nach diesem Test fliege ich jetzt mit noch größerer Lust nach Hause, ein solches Auto irgendwann mal in einem echten Rennen zu fahren. Das habe ich definitiv im Hinterkopf", so der Formel-E-Champion der Saison 2019/20, der erklärt: "Momentan bin ich in der Formel E natürlich gebunden. Die neue Saison beginnt im Januar (Formel-E-Kalender 2021). Es ist aber doch so einfach, um die Welt zu fliegen, dass ich mir sicher bin, wir könnten etwas [in Sachen IndyCar] auf die Beine stellen, wenn wir das wollen." (IndyCar-Kalender 2021)

In der Formel E steht Felix da Costa als Meister vor einem zweiten Jahr für DS Techeetah

In der Formel E steht Felix da Costa als Meister vor einem zweiten Jahr für DS Techeetah<span class="copyright">Motorsport Images</span>
In der Formel E steht Felix da Costa als Meister vor einem zweiten Jahr für DS TecheetahMotorsport Images

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In der Formel E ist Felix da Costa im Meisterteam DS Techeetah noch nicht offiziell für die neue Saison bestätigt. Der Verbleib des Titelverteidigers im Team gilt aber nur noch als Formsache, zumal alle anderen Topcockpits schon vergeben sind und der Portugiese selbst davon spricht, in der Elektrorennserie "momentan natürlich gebunden" zu sein.

Mit seinem Wunsch, bei passender Gelegenheit ein IndyCar-Rennen zu bestreiten, beschränkt sich Felix da Costa übrigens nicht auf einen Rundkurs. Auf die Frage, ob er auch gerne mal ein Oval ausprobieren würde, antwortet er: "Ja, definitiv. Denn anhand dessen, was die Jungs hier erzählen, ist das eine der aufregendsten und spannendsten Sachen, die man im Rennsport erleben kann - schnell, eng umkämpft und eine komplett andere Welt."

"IndyCar ist hinsichtlich der Autos und der Strecken etwas ganz Neues für mich. Und Ovalrennen wären nochmal etwas Neueres und etwas ganz anderes für mich. Ich suche aber immer nach Herausforderungen und Möglichkeiten, meinen Wohlfühlbereich zu verlassen. Aus diesem Grund würde ich definitiv sehr gerne mal ein Ovalrennen fahren wollen", so der 29-jährige Portugiese.

Sitzanpassung ohne, Test mit Aeroscreen: Felix da Costa im IndyCar-Cockpit

Sitzanpassung ohne, Test mit Aeroscreen: Felix da Costa im IndyCar-Cockpit<span class="copyright">Antonio Felix da Costa</span>
Sitzanpassung ohne, Test mit Aeroscreen: Felix da Costa im IndyCar-CockpitAntonio Felix da Costa

Antonio Felix da Costa

Und während der eine oder andere international bekannte Rennfahrer mit Verweis auf das Risiko durchaus Vorbehalte gegenüber IndyCar-Rennen und insbesondere Ovalrennen hat, spricht Felix da Costa in diesem Zusammenhang einen wichtigen Punkt an: "Mit Halo (dem Cockpitschutz in der Formel E; Anm. d. Red.) fühle ich mich im Auto sicherer als vorher. Der Aeroscreen hier ist aber nochmals ein Schritt nach vorn."

"Es ist schon witzig. Anfangs sagten alle, dass diese Teile [Halo und Aeroscreen] hässlich seien. Niemand mochte sie. Aber in Wahrheit ist es doch so, dass allein Halo schon mehrere Fahrer vor schlimmeren Verletzungen bewahrt hat. Deshalb kümmert es mich nicht, ob es gut oder schlecht aussieht. Wenn es Leben retten kann, dann ist es der richtige Weg", so Felix da Costa.

Mit Bildmaterial von Rahal Letterman Lanigan Racing.