Klimaforscher muss erst Luft holen: Physik-Nobelpreis für Klaus Hasselmann

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Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr zur einen Hälfte an den Deutschen Klaus Hasselmann und den in den USA forschenden Japaner Syukuro Manabe und zur anderen an den italienischen Physiker Giorgio Parisi.

Das gab die Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt. Die Forscher würden für ihre bahnbrechenden Beiträge zum Verständnis komplexer physikalischer Systeme ausgezeichnet, hieß es zur Begründung.

Syukuro Manabe und Klaus Hasselmann teilen sich eine Hälfte des Preises, die andere geht an Giorgio Parisi.

Hasselmann und Manabe hätten die Grundlage für das Wissen über das Erdklima und den Einfluss des Menschen gelegt - und Parisi die Theorie ungeordneter Materialien und zufälliger Prozesse revolutioniert.

MPI "speechless" - Hasselmann muste "zuerst Luft holen"

Klaus Hasselmann, geboren 1931 in Hamburg, ist ein renommierter Klimaforscher, Meteorologe und Ozeanologe. Von 1975 bis 1999 war er Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für Meteorologie in Hamburg.

Nach der Auszeichnung mit dem Physik-Nobelpreis zeigte sich der 89-Jährige völlig überrascht. Er verstehe das noch nicht richtig, aber es sei eine fantastische Überraschung, sagte er der schwedischen Nachrichtenagentur TT gegenüber, unmittelbar nachdem er von seiner Auszeichnung erfahren hatte.

"Ich habe das erst vor fünf Minuten gehört. Ich versuche weiterhin, das zu begreifen", wurde Hasselmann von der Agentur zitiert. Wie er den Nobelpreis feiern werde, wisse er noch nicht richtig. "Zuerst muss ich Luft holen und sehen, was passiert", sagte er laut TT.

Das MPI reagierte mit einem Smiley-Sturm auf die Bekanntgabe "seines" Preisträgers. "We are speechless" - "wir sind sprachlos" twitterte das Institut kurz nach der Bekanntgabe.

Der mit umgerechnet rund 980.000 Euro dotierte Nobelpreis gilt als die höchste Auszeichnung auf dem Gebiet der Physik.

Seit der ersten Vergabe des Preises im Jahr 1901 wurde er insgesamt an 215 Forschende verliehen, darunter nur vier Frauen.

Im vergangenen Jahr war der Nobelpreis in Physik unter anderem an den deutschen Astrophysiker Reinhard Genzel für seine mit der US-Physikerin Andrea Ghez gemeinsame Erforschung von Schwarzen Löchern gegangen. Sie hatten sich die Auszeichnung mit dem Briten Roger Penrose geteilt.

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