Nobelkomitee "äußerst besorgt" angesichts von Kämpfen in Äthiopien

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Nobelpreisträger Abiy Ahmed
Nobelpreisträger Abiy Ahmed

Das norwegische Nobelkomitee hat sich "zutiefst besorgt" angesichts der Kämpfe in Äthiopien gezeigt. Der Direktor des Komitees, Olav Njolstad, sagte am Montag der Nachrichtenagentur AFP, er und seine Kollegen verfolgten die Entwicklungen in dem ostafrikanischen Land "sehr genau". Alle Konfliktparteien seien gleichermaßen dafür "verantwortlich, die jüngste Eskalation der Gewalt zu stoppen und ihre Differenzen und Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen".

Das Osloer Komitee hatte im vergangenen Jahr den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed für seine Bemühungen um eine Friedenslösung im Konflikt mit dem Nachbarland Eritrea sowie für sein ambitioniertes Reformprogramm mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Es kommt nur äußerst selten vor, dass die fünf Mitglieder des Komitees sich nach der Auszeichnung zur Politik eines Preisträgers äußern.

Das Komitee sei nach wie vor der Ansicht, dass Abiy im Jahr 2019 der Kandidat unter den 300 Nominierten für den Friedensnobelpreis gewesen sei, der die Kriterien für die Auszeichnung "am besten erfüllt" habe, betonte die Osloer Jury.

Wegen eines Einsatzes der äthiopischen Armee in der Unruheregion Tigray war Abiy zuletzt international in die Kritik geraten. Mehr als 25.000 Menschen sind bereits aus dem Konfliktgebiet geflohen. Beobachter befürchten zudem, dass sich die Krise weiter ausbreiten und die ganze Region destabilisieren könnte.

isd/mkü