"No-Bull"-Projekt: Red Bull will noch 2020 klimaneutral werden

Stefan Ehlen
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Die Formel 1 will es bis 2030 schaffen, Mercedes noch in diesem Jahr. Und nun hat sich auch Red Bull dazu entschlossen, sein Grand-Prix-Projekt klimaneutral zu gestalten, ebenfalls noch in der Saison 2020. Das hauseigene Programm dazu hört auf die Bezeichnung "No Bull" und soll in den kommenden Monaten einiges bewegen.

Konkret beschreibt Red Bull sein Vorhaben so: Emissionen und Abfall reduzieren, gleichzeitig noch effizienter werden. Zu diesem Zweck habe man bereits 2018 eine Studie angestoßen, um die Nachhaltigkeitsbaustellen im Rennstall aufzudecken. Daraus ist nun die "No-Bull"-Strategie entstanden.

Sie basiert im Wesentlichen auf den Werten aus der Formel-1-Saison 2019, in der Red Bull eine Gesamtsumme von 17.000 Tonnen CO2 verursacht habe.

Die Rennautos auf der Strecke als "Spitze des Eisbergs"

Das Werk in Milton Keynes trage dabei mit 48 Prozent den Hauptanteil, weitere 37 entfielen auf die Reisetätigkeit des Rennstalls. Acht Prozent gehen zulasten von Transporten und lediglich sieben Prozent auf das Konto der Rennaktivität auf der Strecke.

Und Red Bull unterstreicht: Die aktuellen Formel-1-Antriebsstränge seien nur zu zwei Prozent für den CO2-Ausstoß der Rennserie verantwortlich. "Die Autos auf der Strecke sind eben bloß die Spitze des Eisbergs", erklärt das Team.

Aber: Ein gewisser Teil der Emissionen sei im Formel-1-Geschäft unmöglich zu vermeiden. Deshalb plant Red Bull im Jahr 2021 eine Reduzierung seines CO2-Ausstoßes um 5.000 Tonnen und will in Zusammenarbeit mit der Klimaschutz-Organisation "Gold Standard" alle weiteren Emissionen kompensieren. Sprich: Red Bull nimmt Geld in die Hand, um an anderer Stelle Umweltprojekte zu unterstützen.

Wie Red Bull in Milton Keynes nachhaltiger werden will

Im Zentrum von "No Bull" steht indes das Formel-1-Werk in Milton Keynes in England. Seit Oktober 2020 verwendet die Anlage ausschließlich Ökostrom. Außerdem modernisiert der Rennstall seine Gebäudestruktur und nutzt die Abwärme aus der Produktion inzwischen zum Heizen seiner Räumlichkeiten.

Ferner sollen Einweg-Plastikprodukte gänzlich aus dem Formel-1-Projekt von Red Bull verschwinden. "Angesichts der Pandemie" aber müsse man vorerst aus Hygienegründen weiter damit arbeiten, gerade bei Nahrungsmittel-Verpackungen.

Was allerdings schon jetzt vollumfänglich greife, sei eine Initiative in Milton Keynes, die Mitarbeiter zum Gehen, Radfahren oder Carsharing zu bewegen.

Teamchef Christian Horner betont, er wolle "offen und transparent" mit dem "No-Bull"-Projekt verfahren und den Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit bewusst öffentlich machen, "auch und gerade die Herausforderungen, denen wir uns als Unternehmen gegenübersehen", so sagt er. "Wir nehmen das genauso ernst wie den Rennsport."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.