Ein Ninja schwört Rache: Das sind die Kino-Highlights der Woche

·Lesedauer: 4 Min.
"Snake Eyes: G.I. Joe Origins" erzählt die Vorgeschichte einer Figur aus dem Spielzeug-Franchise. (Bild: Paramount)
"Snake Eyes: G.I. Joe Origins" erzählt die Vorgeschichte einer Figur aus dem Spielzeug-Franchise. (Bild: Paramount)

"Snake Eyes: G.I. Joe Origins", "Superintelligence" und "Beflügelt - ein Vogel namens Penguin Bloom": Das sind die Kino-Neustarts am 19. August.

Deutsche Filmemacher in Hollywood - das ist seit fast 100 Jahren eine Erfolgsgeschichte. 1927 drehte Friedrich Wilhelm Murnau in Kalifornien seinen besten Film, das noch heute zu Tränen rührende Stummfilmdrama "Sonnenaufgang". Dem viel zu früh verstorbenen Mann aus Bielefeld folgte vor allem in den Kriegsjahren ein Talent nach dem anderen, Douglas Sirk und Robert Siodmak etwa. Später dann versuchten sich die Autorenfilmer der 70-er äußerst erfolgreich in der Traumfabrik - Wim Wenders, Werner Herzog, Volker Schlöndorff. Und heute? Da stehen Männer wie Marc Forster ("World War Z") und Roland Emmerich ("Independence Day") für nicht unbedingt intelligentes, aber durchaus erfolgreiches Actionkino. Auch Robert Schwentke, der wie Emmerich aus Stuttgart stammt, gehört zur ersten Riege der Blockbuster-Macher. Der 53-Jährige verantwortete Action-Erfolge wie "R.E.D. - Älter, Härter, Besser" und zwei Teile der "Die Bestimmung"-Reihe. Nun drehte er "Snake Eyes: G.I. Joe Origins" - neben "Superintelligence" und "Beflügelt - Ein Vogel namens Penguin Bloom" eines der Kino-Highlights der Woche.

Der ehemalige Waisenjunge Snake Eyes (Henry Golding) wird in Japan zum Ninja ausgebildet. (Bild: Paramount)
Der ehemalige Waisenjunge Snake Eyes (Henry Golding) wird in Japan zum Ninja ausgebildet. (Bild: Paramount)

Snake Eyes: G.I. Joe Origins

Wer in Hollywood so richtig viel Geld scheffeln will, der begnügt sich längst nicht mehr mit einem Film oder ein paar Fortsetzungen. Viel lukrativer sind heute ganze Film-Universen, die sich gefühlt endlos erweitern lassen und in denen Figuren aus dem einem Film ihre Fans auch in andere Produktionen mitnehmen sollen. Marvel hat es mit seinem Cinematic Universe vorgemacht, und auch beim US-Spielehersteller Hasbro setzt man auf eine gemeinsame Filmwelt für die von dem Unternehmen vertriebenen Plastikfiguren und ihre Kinoableger. Und so sollen eines Tages die extrem erfolgreichen "Transformers"-Filme mit den nicht ganz so erfolgreichen, aber doch auch sehr lukrativen "G.I. Joe"-Filmen verschmelzen.

Bis es so weit ist, kommt zunächst der dritte Teil der "G.I. Joe"-Reihe in die Kinos. "Snake Eyes: G.I. Joe Origins" ist - der Name verrät es - eine Origin-Story und erzählt die Herkunftsgeschichte des von Henry Golding gespielten einstigen Waisenjungen Snake Eyes. Der einzelgängerische Kämpfer wird zunächst in Japan zum Ninja ausgebildet, nachdem er einem Würdenträger des Arashikage-Clans das Leben gerettet hat. Zwar findet er in Japan so etwas wie eine neue Heimat, doch die Vergangenheit lässt Snake Eyes nicht los. Denn als Kind musste er mitansehen, wie sein Vater ermordet wurde - und noch immer sinnt er auf Rache.

In "Superintelligence" zeigt Melissa McCarthy einmal mehr, dass sie eine gute Schauspielerin ist - nicht aber unbedingt ein Händchen für gute Drehbücher hat. (Bild: 2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved)
In "Superintelligence" zeigt Melissa McCarthy einmal mehr, dass sie eine gute Schauspielerin ist - nicht aber unbedingt ein Händchen für gute Drehbücher hat. (Bild: 2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved)

Superintelligence

Melissa McCarthy kann einem fast ein bisschen leidtun. Die 50-Jährige ist sympathisch, sie ist lustig, und ja, sie ist auch eine gute Schauspielerin. Das konnte man etwa 2018 im Drama "Can You Ever Forgive Me?" miterleben, für das sie sogar eine Oscarnominerung als beste Hauptdarstellerin erhielt. Nur die Filme, in denen man McCarthy sonst meist sieht, sind höchst mittelmäßig, oftmals auch einfach nur schlecht. Man denke etwa an "The Kitchen" von 2019, den Totalreinfall "The Happytime Murders" von 2018 oder an das unlängst veröffentlichte Netflix-Debakel "Thunder Force".

Auch McCarthys neuester Film "Superintelligence" erhielt durchwachsene Kritiken. Gelobt wurde, wenn überhaupt, das Spiel der Hauptdarstellerin. Die verkörpert in der romantischen Komödie von Ben Falcone (der für "The Happytime Murders" und "Thunder Force" verantwortlich war) eine arbeitslose Managerin, die eine künstliche Intelligenz davon abhalten muss, die Menschheit auszulöschen. Oh je. Immerhin: Im April stand McCarthy als böse Unterwasserhexe Ursula vor der Kamera - für die Realverfilmung des Disneyklassikers "Arielle, die Meerjungfrau", die frühestens 2022 in die Kinos kommen könnte. Man darf gespannt sein.

Kein leichter Job: Carol (Melissa McCarthy) muss die Welt vor einer bösen Künstlichen Intelligenz retten. (Bild: 2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved)
Kein leichter Job: Carol (Melissa McCarthy) muss die Welt vor einer bösen Künstlichen Intelligenz retten. (Bild: 2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved)

Beflügelt - Ein Vogel namens Penguin Bloom

Berührendes Emotionskino bietet "Beflügelt - Ein Vogel namens Penguin Bloom". Der Film basiert auf wahren Begebenheiten: 2013 stürzte die Australierin Sam Bloom im Thailand-Urlaub von einer Dachterrasse; seitdem ist die Mutter dreier Kinder querschnittsgelähmt. Doch Bloom ließ sich nicht unterkriegen, begann, Kanufahren zu lernen und trat bei den Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro an. Wie sie es schaffte, nach dem Schicksalsschlag wieder Kraft zu fassen, berichtete ihr Ehemann Cameron im selben Jahr in seinem Buch "Penguin Bloom - Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete", das auch in Deutschland zum Bestseller wurde und nun von Regisseurin Glendyn Ivin verfilmt wurde.

Verkörpert wird Sam Bloom von Naomi Watts, Andrew Lincoln ("The Walking Dead") spielt ihren Ehemann. Star des leise erzählten und dennoch herzerwärmenden Dramas ist aber eine kleine, verletzte Elster, die eines Tages ins Leben der Familie tritt und von den Kindern auf den Namen "Penguin Bloom" getauft wird. Die Elster schafft es, Sam nach ihrem Unfall aus ihrer Depression zu reißen. "Ich habe mich immer um sie gekümmert. Sie saß entweder auf meinem Schoß oder auf meiner Schulter", sagt Sam Bloom. "Auf Penguin zu achten, gab mir eine neue Aufgabe."

Das Drama "Beflügelt - Ein Vogel namens Penguin Bloom" basiert auf dem einem Buchbestseller - und auf einer wahren Begebenheit. (Bild: LEONINE Studios/Cameron Bloom)
Das Drama "Beflügelt - Ein Vogel namens Penguin Bloom" basiert auf dem einem Buchbestseller - und auf einer wahren Begebenheit. (Bild: LEONINE Studios/Cameron Bloom)
Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.