Niki-Betriebsratschef begrüßt Kauf des Ferienfliegers durch britische IAG

Niki geht an IAG

Nur gut zwei Wochen nach der Insolvenz hat die Air-Berlin-Tochter Niki einen Käufer gefunden: Der österreichische Ferienflieger wird zu großen Teilen an den Mutterkonzern von British Airways, IAG, verkauft, wie die Insolvenzverwaltung nach Unterzeichnung des Kaufvertrags mitteilte. Niki-Betriebsratschef Stefan Tankovits begrüßte den Deal am Samstag als "beste Lösung" für Gläubiger und Mitarbeiter. Rund drei Viertel der tausend Stellen sollen erhalten bleiben.

Niki war in Turbulenzen geraten, nachdem der Mutterkonzern Air Berlin Mitte August Insolvenz angemeldet hatte. Zunächst hatte die Lufthansa Niki zusammen mit weiteren Teilen von Air Berlin kaufen wollen. Nachdem die Lufthansa aber von der Kaufabsicht zurücktrat, um grünes Licht von den Wettbewerbshütern zu bekommen, meldete auch Niki Mitte Dezember Insolvenz an und stellte den Flugbetrieb ein.

Gekauft wird Niki nun von der IAG und zwar für die spanische Billigtochter Vueling. Erwerber ist nach Angaben des Insolvenzverwalters Lucas Flöther eine österreichische Tochtergesellschaft von Vueling. Sie übernimmt die Niki-Markenrechte, ihre gesamten Start- und Landerechte sowie bis zu 15 Maschinen. Die IAG erklärte, sie werde sich den Kauf insgesamt 36,5 Millionen Euro kosten lassen.

Tankovits sagte am Samstag im österreichischen Rundfunk (ORF), das Angebot von IAG sei "das beste" gewesen, sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Gläubiger. Für 740 der tausend Mitarbeiter gehe es weiter, es könnten zudem noch mehr werden. "Wir werden da auch langfristig mehr Perspektiven haben", sagte Tankovits. Gute Chancen sehe er auch für diejenigen Angestellten, die nicht übernommen würden: "Es gibt rundherum sehr gute Jobchancen für fliegendes Personal."

Flöthers Angaben zufolge wurde der Kaufvertrag nun unterschrieben, der gesamte Verkaufsprozess soll demnach bis Ende Februar vollzogen sein. Auch Betriebsratschef Tankovits sagte dem ORF, er rechne damit, dass Niki nicht vor März wieder fliege. Davor müssten die IT-Verkaufssysteme umgestellt werden.