Nike-Chef entschuldigt sich bei Mitarbeitern für „Männerclub“-Kultur


Der Chef des Sportartikelherstellers Nike, Mark Parker, hat sich bei seinen Mitarbeitern für sein Unternehmen entschuldigt. Er bitte um Verzeihung dafür, eine Unternehmenskultur zugelassen zu haben, bei der sich einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ausgeschlossen gefühlt hätten, sagte Parker bei einer Mitarbeiterversammlung am Donnerstag. Das berichtet das „Wall Street Journal“.

Zuvor hatte es Beschwerden gegeben, in dem Unternehmen würde eine „Männerclub“-Kultur herrschen, in der Frauen benachteiligt würden. So berichtet eine ehemalige Mitarbeiterin zum Beispiel von einem Stripclub-Besuch während eines Geschäftstrips.

Auch haben einige Frauen eine informelle Umfrage erstellt, um die ihrer Meinung nach herrschende Ungleichheit bei der Behandlung und Bezahlung von Frauen im Vergleich zu Männern zu dokumentieren. Diese Umfrage hatte auch Parker erreicht.


Außerdem gibt es Beschwerden wegen Altersdiskriminierung und eines insgesamt feindlich gestimmten Arbeitsumfelds. Dabei soll die Personalabteilung von Nike den Mitarbeitern, sofern sich diese beschwert haben, nicht geholfen haben.

Parker will sich nun offenbar für mehr Diversität bei Nike einsetzen. So wurden in den vergangenen Tagen zwei Frauen in Führungspositionen befördert: Amy Montague wird Vizepräsidentin des Unternehmens sowie Chefin der internationalen Sparte von Nike. Kellie Leonard, ehemalige Vize-Kommunikationsvorsitzende, wird Chefin der Abteilung für Diversität und Inklusion. Beide Positionen waren zuvor in Männerhand.

Zugleich verließen in den vergangenen Tagen einige männliche Führungskräfte ihre Posten, so etwa Markenchef Trevor Edwards, der als der nächste CEO von Nike gehandelt wurde, sowie sein Stellvertreter Jayme Martin. Nike-Mitarbeiterinnen hatten sich in der Vergangenheit beschwert, dass gute Beziehungen zu Edwards Männern zu Führungspositionen verholfen hätten, während Frauen systematisch benachteiligt worden seien.