Niederlande unterstützen Frankreichs geplanten Marine-Einsatz am Golf

DEN HAAG (dpa-AFX) - Die Niederlande beteiligen sich an einem geplanten europäischen Einsatz zur Überwachung der Schifffahrtswege am Persischen Golf. Der niederländische Ministerrat habe der Entsendung einer Fregatte von Januar bis Juni 2020 zugestimmt, berichtete das Verteidigungsministerium am Freitag in Den Haag. Ziel sei es, die Sicherheit in dem Krisengebiet zu erhöhen.

Die Initiative für den Einsatz sei von Frankreich ausgegangen, berichtete das Ministerium. Die Mission "Awareness Strait of Hormuz (EMASOH)" umfasse den westlichen Teil des Golfs von Oman, den Osten des Arabischen Golfs und die Straße von Hormus. Die Meeresstraße gilt als entscheidende Verkehrsader für Öl-Transporte - vor allem in Richtung Asien.

Die französische Armeeministerin Florence Parly hatte am vergangenen Wochenende angekündigt, das Kommando einer "europäischen See-Überwachungsmission" werde auf dem französischen Marinestützpunkt in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingerichtet. Dort sind rund 650 Soldaten stationiert. Ein EU-Sprecher hatte daraufhin in Brüssel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur klargestellt, dass der französische Vorstoß nicht auf EU-Ebene behandelt werde. In Paris verlautete, Deutschland sei gefragt worden; es sei aber bisher nicht klar, ob sich Berlin beteilige.

Die Spannungen in der Region hätten stark zugenommen, berichtete das Ministerium in Den Haag. Ereignisse, die die Schifffahrt stören und die zusätzliche Unsicherheit mit sich bringen, haben demnach direkte Folgen für die Weltwirtschaft und die niederländischen Reeder.

Eine vom US-Militär angeführte Koalition zur Sicherung der kommerziellen Schifffahrt rund um die Straße von Hormus hatte ihr Kommandozentrum bereits in Bahrain eröffnet.