Niederlande erwägen Steuer für Streaming-Giganten wie Netflix und Amazon

In den Niederlanden wächst die Sorge, dass Streaming-Giganten wie Netflix und Amazon niederländische Produktionen in der Bedeutungslosigkeit versinken lassen könnten. Die Medienlandschaft wandle sich mit "Lichtgeschwindigkeit", warnte der niederländische Kulturrat am Donnerstag in einem Bericht an die Regierung in Den Haag. Erwogen werden müssten deshalb auch Steuern für Anbieter aus dem Ausland - dieses Geld solle dann dem niederländischen Film zugute kommen.

Der wachsende Einfluss der großen Anbieter stelle eine "Gefahr für das Überleben des niederländischen audiovisuellen Sektors" dar, heißt es in dem 106-seitigen Bericht des unabhängigen Gremiums. Netflix plane allein in diesem Jahr acht Milliarden Dollar (6,5 Milliarden Euro) in Inhalte zu investieren, Amazon peile für seinen Videodienst 4,5 Milliarden Dollar an. Der Wettbewerb sei "gewaltig" - deshalb bleibe nur wenig Zeit, um dem niederländischen Film "die Plattform zu geben, die er braucht". Nur einheimische Produktionen könnten Geschichten "aus der niederländischen Perspektive und in niederländischer Sprache" erzählen.

Konkret empfiehlt der Kulturrat der Regierung die Einführung einer Steuer zwischen zwei und fünf Prozent auf die Erlöse, die Produktionen aus dem Ausland in den Niederlanden erzielen. Außerdem schlägt er Quoten für die On-Demand-Anbieter vor. Im vergangenen Jahr hatte bereits das Europäische Parlament beschlossen, dass mindestens 30 Prozent des Angebots von Streaming-Plattformen aus europäischer Produktion stammen sollen.