Niederlage gegen Bayern: Wolfsburg verpasst Lebenszeichen im Abstiegskampf

Niederlage gegen Bayern: Wolfsburg verpasst Lebenszeichen im Abstiegskampf

Der kriselnde Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat die große Überraschung gegen Rekordmeister Bayern München verpasst und steckt weiter tief im Abstiegssumpf fest. Im Heimspiel am Samstag verloren die Wölfe trotz 1:0-Führung noch mit 1:2 (1:0) gegen die Münchner. Durch die Niederlage steht der angezählte VfL-Trainer Martin Schmidt bei nur drei Siegen aus 19 Partien und gerät immer stärker in akute Existenzgefahr. 
Daniel Didavi (8.) hatte die Gastgeber im ersten Durchgang zum Erstaunen vieler in Führung gebracht, Nationalstürmer Sandro Wagner (64.) und Robert Lewandowski (90., Foulelfmeter) drehten das Spiel zu Gunsten des Favoriten. Für den polnischen Stürmerstar Lewandowski war es das 20. Saisontor.
Zuvor hatte VfL-Keeper Koen Casteels (55.) einen Foulelfmeter von Arjen Robben pariert. Für Bayern war es der zehnte Liga-Sieg in Folge. Vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Königsklasse am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF und Sky) gegen Besiktas Istanbul können die Münchner, die in der Liga nahezu uneinholbar an der Tabellenspitze liegen, aufgrund der - vor allem im ersten Durchgang - mauen Leistung nicht zufrieden sein.
Wie es in Wolfsburg nun für Schmidt weitergeht, ist scheint offen. Bereits vor der Partie war Jens Keller als möglicher Nachfolger gehandelt worden. Sportdirektor Olaf Rebbe hatte Schmidt jedoch zunächst den Rücken gestärkt.
Wie ernst die Lage derweil bei den Wölfen ist, zeigte sich schon vor Anpfiff. Mehrere Fanklubs hatten zum Stimmungsboykott für die ersten 19:45 Minuten (angelehnt an das Gründungsdatum) verabredet. Erst danach nahmen sie ihre Plätze in der eigentlich mit 30.000 Zuschauern ausverkauften Volkswagen Arena ein und feuerten ihre Mannschaft an.
Verglichen mit dem Bremen-Spiel stellte Schmidt auf fünf Positionen um. Renato Steffen, Gian-Luca Itter, Sebastian Jung, Divock Origi und Daniel Didavi kamen neu in die Startelf. Bayern-Trainer Jupp Heynckes schonte derweil gleich seine gesamte Stammabwehr, insgesamt brachte er acht neue Spieler. 
Für Torjäger Robert Lewandowski lief Wagner von Beginn an auf, auch Weltmeister Thomas Müller saß zunächst nur auf der Bank. Mittelfeld-Motor Thiago gab nach dreimonatiger Pause sein Comeback. James und Kingsley Coman waren ebenso wenig mit nach Wolfsburg gereist wie der gelbgesperrte Arturo Vidal.
Die vielen Wechsel der Bayern spielten im ersten Durchgang dem VfL in die Karten. Die Münchner konnten ihr gewohnt sicheres Kombinationsspiel überhaupt nicht aufziehen und kamen kaum zu Chancen. Einzige Möglichkeit war ein Kopfball von Innenverteidiger Niklas Süle (16.), den Casteels stark parierte. Ansonsten viel Bayern nur noch einmal auf - unrühmlich jedoch. Franck Ribery (35.) schlug im Zweikampf mit Steffen nach hinten aus, kassierte nach Bemühung des Videobeweises von Schiedsrichter Sascha Stegemann jedoch nur die Gelbe Karte.
Im zweiten Abschnitt brachten sich die Bayern mehr ins Spiel ein und drückten in den Strafraum des Gegners. Dass Robben den Strafstoß, den Stegemann nach einem Foul von Steffen an Corentin Tolisso gab, verschoss, störte die Gäste wenig. Sie mühten sich weiter, investierten viel.