Niederländische Smartphonebank Bunq erzielt in Finanzierungsrunde Milliardenbewertung

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Bunq-Gründer und -Chef Ali Niknam finanzierte das Fintech bisher aus eigenen Mitteln.
Bunq-Gründer und -Chef Ali Niknam finanzierte das Fintech bisher aus eigenen Mitteln.

Guten Morgen! Während ihr geschlafen habt, ging andernorts die Arbeit in der Digitalszene weiter.

Die Top-Themen:

Die niederländische Smartphonebank Bunq kommt nach ihrer ersten Finanzierungsrunde auf eine Bewertung von 1,6 Milliarden Euro. Knapp zehn Jahre kam das Finanz-Startup ohne Geldgeber aus. Nun bekommt Bunq 168 Millionen Euro vom britischen Finanzinvestor Pollen Street Capital. Gründer und Chef Ali Niknam investiert 25 Millionen Euro. Niknam sagte, dass das Kapital im Rahmen seiner Wachstumsstrategie verwendet werde, um die Capitalflow Group of Ireland für rund 141 Millionen Euro vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung zu erwerben.

Das niederländische Unternehmen wurde vor fast einem Jahrzehnt von Niknam gegründet, der fast 100 Millionen Euro seines eigenen Kapitals investiert hat und bisher einziger Aktionär war. Die Finanzierungsrunde begründete Niknam damit, dass Bunq jetzt in einer Phase sei, in der die rasche Steigerung der Kundenzahl und das Wachstum wichtig seien. Derzeit kommen die meisten Kunden aus den Niederlanden, künftig sollen die Märkte Deutschland und Frankreich relevanter werden. [Mehr bei Handelsblatt und Reuters]

Auf Gründerszene lest ihr heute: Der deutsche Startup-Verband wagt den Neustart, nach der Fast-Pleite vor zwei Jahren. Unter dem Vorsitzenden und Investor Christian Miele geht es nun in den Bundestagswahlkampf. Wieviel Einfluss hat die deutsche Startup-Lobby? [Mehr bei Gründerszene]

Und hier die weiteren Schlagzeilen der Nacht:

Die Lebensmittelliefer-App Instacart stellt vor dem erwarteten Börsengang eine Top Facebook-Managerin als neue CEO ein. Fidji Simo, ehemalige Vizepräsidentin und Leiterin der Facebook-App, wird am 2. August den Instacart-Gründer und derzeitigen CEO Apoorva Mehta ersetzen, der dann Vorstandsvorsitzender wird. Simo ist Mitbegründerin von Women in Product, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für die Stärkung von Frauen im Technologiebereich einsetzt. Der Übergang markiert den Verlust einer der wenigen weiblichen Führungskräfte bei Facebook und gibt Instacart neuen Aufwind. Der Wechsel der Führungsspitze kurz vor einem erwarteten Börsengang ist ungewöhnlich, Instacart kam jüngst auf eine Bewertung von 39 Milliarden US-Dollar. [Mehr bei CNBC, Techcrunch und The Verge]

Der deutsche Softwareanbieter Teamviewer hat nach dem Corona-Boom an Schwung verloren. Die abgerechneten Umsätze des Unternehmens aus Göppingen sind im zweiten Quartal nur noch um 15 Prozent (währungsbereinigt um 18 Prozent) auf 121,6 Millionen Euro gewachsen. Erwartet hatte man mindestens 20 Prozent Plus. Vom Unternehmen hieß es, im Gesamtjahr sei damit wohl nur noch das untere Ende der Umsatzprognose erreichbar. Zuletzt hatte Teamviewer mit einem Plus von 27 bis 31 Prozent auf 585 bis 605 Millionen Euro gerechnet. Die Teamviewer-Aktie sank gestern zeitweise um mehr als 16 Prozent. [Mehr bei Handelsblatt]

Coda, ein Startup für die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz aus San Francisco, hat seine Bewertung auf 1,4 Milliarden US-Dollar durch eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen Dollar verdoppelt. Die Runde stand unter Leitung des Ontario Teachers Pension Plan und bestätigt das durch die Pandemie ausgelöste Interesse an digitalen Tools, weit entfernte Mitarbeiter bei der Arbeit zu unterstützen. Unter der Leitung des ehemaligen Google-Managers Shishir Mehrotra bietet Coda gemeinsame Dokumente und Bereiche für die Zusammenarbeit, die sich in Dienste wie Zoom integrieren lassen. Einige Unternehmen verwenden Coda zusammen mit etablierten Tools für die Zusammenarbeit wie Google Workspace und Microsofts App-Suite. [Mehr bei The Information]

Ein schwedischer Krypto-Betrüger ist in den USA zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Nach Angaben des Justizministeriums wurde der 47-Jährige wegen Wertpapierbetrugs, Überweisungsbetrugs und Geldwäscherei verurteilt. Der Schwede betrog über 3500 Opfer um mehr als 16 Millionen Dollar. Das Justizministerium sagte, der Mann habe von 2011 bis zu seiner Festnahme in Thailand im Juni 2019 ein Investmentbetrugsprogramm betrieben. Im März bekannte er sich schuldig. Laut Gerichtsdokumenten ermutigte er die Opfer, Anteile an einem System namens „Eastern Metal Securities“ zu kaufen, das Kryptowährungen wie Bitcoin verwendet, und astronomische Renditen verspricht. Das bezahlte Geld wurde stattdessen auf die persönlichen Bankkonten des Schweden überwiesen, von wo er es in teure Häuser, ein Rennpferd und ein Resort in Thailand investierte. [Mehr bei CNBC]

Zomato, ein indisches Food-Delivery-Startup, will bei seinem geplanten Börsengang Mittel in Höhe von 1,25 Milliarden US-Dollar aufbringen. Laut dem behördlichen Antrag soll das Unternehmen, das von der chinesischen Ant Group und Uber unterstützt wird, beim IPO mit fast acht Milliarden Dollar bewertet werden. Dies wäre ein Dorn im Auge sowohl für Ant, das nach einem Vorgehen der chinesischen Regulierungsbehörden gezwungen war, seinen Börsengang abzusagen, als auch für Uber, das letztes Jahr aus dem indischen Lebensmittelliefergeschäft ausstieg. Ant besitzt einen Anteil von 25 Prozent an Zomato, Uber zehn Prozent. [Mehr bei The Information und Techcrunch]

Unser Lesetipp auf Gründerszene: Szenekopf und Ex-Continental-Manager Lukasz Gadowski hat neue Pläne und gab nun erste Details zum neuesten Venture bekannt. In den vergangenen Jahren hat sich der Erfinder von Firmen wie StudiVZ und Delivery Hero vor allem auf Mobility und saubere Energie konzentriert. Diese Bereiche will Gadowski nun auch in seinem nächsten Startup verbinden. [Mehr bei Gründerszene]

Einen schönen Freitag!

Eure Gründerszene-Redaktion

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