Niederländische Anti-Terror-Behörde prüft IS-Drohung gegen Frauenfußball-EM

Fußballstadion in Utrecht

Wenige Tage vor Beginn der Frauenfußball-EM in den Niederlanden sind Hinweise auf mögliche Anschlagspläne der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gegen das Turnier aufgetaucht. Eine entsprechende Botschaft werde überprüft, teilte die niederländische Anti-Terror-Behörde NCTV am Mittwoch mit. "Wir nehmen den Hinweis ernst, stehen in Kontakt mit dem Fußballverband KNVB und untersuchen die Drohung", erklärte NCTV-Chef Dick Schoof.

Das auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen Site hatte zuvor eine Drohbotschaft im Online-Netzwerk Telegram entdeckt. Darin rufe die IS-Miliz Einzeltäter zu Anschlägen auf das Stadion in Utrecht auf, hieß es. Dort findet am kommenden Mittwoch die Partie England gegen Schottland statt.

Es sei noch zu früh, um über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu entscheiden, erklärte die niederländische Anti-Terror-Behörde. Nach Angaben der Europäischen Fußball-Union (Uefa) wurde eine Absage des Spiels zunächst nicht erörtert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) teilte auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID) mit, er vertraue darauf, "dass die Organisatoren im Zusammenspiel mit den zuständigen Behörden für eine sichere Europameisterschaft sorgen werden".

Die Frauen-EM beginnt am Sonntag und wird bis zum 6. August in sieben niederländischen Städten ausgetragen. Die deutschen Olympiasiegerinnen sind Titelverteidiger. Zu ihrem letzten Spiel in der Gruppenphase tritt die DFB-Elf am 24. Juli in Utrecht gegen Russland an.