Nico Rosberg verrät bei „Markus Lanz“ das Geheimnis seines Erfolges

Ex-Formel-1-Fahrer Nico Rosberg berichtete von seinen Erfolgen. (Bild: Screenshot/ ZDF)

Das Ende seiner Karriere krönte Nico Rosberg mit einem Weltmeistertitel. Nach der Saison 2016 stieg der Deutsch-Finne aus dem Renngeschäft aus. Nun erklärt der ehemalige Formel-1-Pilot, mit welchen Methoden er auf seinen WM-Titel hinarbeitete.

„Es ist ultimativ wichtig, zu leiden.“ Mit solchen Sätzen werden normalerweise keine Talkshow-Runden im deutschen Fernsehen bestritten. Doch am Dienstagabend ging es in der Sendung von Markus Lanz unter anderem darum, dass Siege im Sport wie im Leben nur dann zu haben sind, wenn man bereit ist, Schmerzen zu erdulden. Ex-Formel-1-Fahrer Nico Rosberg konnte in der Sendung ausführlich davon berichten.

Neben dem Rennfahrer im Ruhestand waren Triathlet Patrick Lange, Moderatorin Sabine Zimmermann sowie der Historiker Magnus Brechtken im Studio von Markus Lanz zu Gast.

Rosberg verriet, dass er als einer der ersten in der Formel 1 einen Mentalcoach engagierte. Er habe in den vergangenen Jahren sehr viel an sich gearbeitet. „Das Leben vereinfachen, Fokussierung“, sagte Rosberg und hörte sich dabei selbst schon wie ein Mentaltrainer an. Aber worum geht es bei diesen Techniken konkret? „Es ist die Aufmerksamkeit, die man trainiert“, verriet der 32-Jährige. „Aber man sitzt jetzt nicht da und versucht ins Nirwana zu gehen“, stellt er klar. „Das ist Training!“

Und dann brachte Rosberg seine Sieger-Philosophie auf den Punkt: „Ich habe gelernt, dass man sich in sein Leiden reinsetzen muss, denn nur da steigere ich mich als Mensch.“

Schließlich kam die Beziehung zu Formel-1-Kollege Lewis Hamilton zur Sprache. Als 14-Jährige haben sich die Rosberg und der Brite kennengelernt. Schon damals seien sie Team-Kollegen gewesen. Im Urlaub haben sie davon geträumt, 15 Jahre später im besten Formel-1-Team um die Weltmeisterschaft zu fahren. „Und 15 Jahre später war es tatsächlich so.“ Doch aus der Freundschaft wurde Rivalität. Inzwischen sieht Rosberg das aber wieder locker. „Rufst du ihn dann mal an?“, wollte Lanz wissen. Rosberg wehrt sofort ab: „So weit sind wir noch nicht!“

Witzigste Anekdote des einmaligen Weltmeisters an diesem Abend: Rosberg berichtete vom legendären Rennen in Abu Dhabi, bei dem er den WM-Sieg holte. Kollege Hamilton sei vor ihm gewesen, „Vettel und der Holländer“ hinter ihm. Mit dem Holländer meinte Rosberg Max Verstappen – nur wollte ihm der Name nicht einfallen. Lacher im Publikum. Als Rosberg und Lanz im Verlauf des Gesprächs noch ein paar Mal über Holländer witzelten, sagte Rosberg: „Ich krieg morgen richtig Social-Media-Probleme.“

Patrick Lange kennt im Wettkampf nur das Hier und Jetzt. (Bild: Wenn)

Auch Ironman-World-Champion Patrick Lange kennt das Leiden. Der Triathlet berichtete, dass ein Ironman nur durch „aufopferungsvolle Arbeit“ zu erreichen sei. Bei seinen Wettkämpfen versuche er, seine Emotionen „komplett auszuschalten“.

Moderatorin Sabine Zimmermann gestand in der Sendung, dass die Zusammenarbeit mit ihrem verstorbenen Adoptivvater Eduard Zimmermann, dem Erfinder von „Aktenzeichen XY … ungelöst“, eine Herausforderung gewesen sei. Deswegen habe sie sich auch erst im Alter von 30 Jahren getraut, in die Firma ihres Vaters einzusteigen. „Diskussionen haben wir in der Kneipe ausgefochten.“

Historiker Prof. Magnus Brechtken sprach schließlich über sein neues Buch über Nazi-Architekt Albert Speer. „Er war mit an der Macht und er war vollständig mitverantwortlich. Aber er konnte nach 1945 erfolgreich so tun, als ob das zwei Leben gewesen seien.“ Journalisten und Historiker wollten Speer damals nicht attackieren mit Kritik. Man hat ihn gewähren lassen. Durch Interviews und seine Memoiren sei Speer noch zu einem sehr wohlhabenden Mann geworden.