Nick Fry verrät: Honda hatte Interesse an Lewis Hamilton

Ruben Zimmermann

Die Formel-1-Karriere von Lewis Hamilton hätte möglicherweise ganz anders verlaufen können. Denn hätte der damalige GP2-Champion 2007 kein Cockpit bei McLaren bekommen, hätte er sein Debüt eventuell für Honda gegeben. Das hat der ehemalige Honda- und Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry im Podcast 'Flat Chat with Codders by F1 Racing' verraten.

Dazu muss man wissen, dass das heutige Mercedes-Formel-1-Team zwischen 2006 und 2008 das Honda-Werksteam in der Königsklasse war. Zur Saison 2009 verkauften es die Japaner an Ross Brawn, ehe es ein Jahr später von Mercedes übernommen und ins eigene Werksteam umgewandelt wurde. Fry blieb dem Rennstall in all den Jahren treu und wurde erst 2013 durch Toto Wolff ersetzt.

So war es auch Fry, der Hamilton zur Saison 2013 von McLaren ins Mercedes-Werksteam lockte. "Die Gespräche mit Lewis haben schon viel früher begonnen", verrät der heute 63-Jährige - und meint damit die Honda-Jahre des Teams aus Brackley. "Gil de Ferran, der damals unser Sportdirektor war, [...] hatte in seinem Haus in Oxford schon ein Abendessen mit Lewis, bevor der in die Formel 1 kam", so Fry.

Die Geschichte bezieht sich auf das Jahr 2006, als Hamilton noch in der GP2 fuhr. Die Botschaft, die de Ferran Lewis und dessen Vater Anthony Hamilton laut Fry damals ausrichtete: "Wenn McLaren ihm das Formel-1-Cockpit [2007] nicht gibt, dann stehen wir bereit." Denn Hamilton war damals bereits seit Jahren Teil des McLaren-Nachwuchsprogramms.

Trotzdem spekulierte das damalige Honda-Team darauf, dass McLaren sich für die Saison 2007 womöglich gegen Hamilton entscheiden würde, weil man für das zweite Cockpit bereits Weltmeister Fernando Alonso von Renault verpflichtet hatte. Doch bekanntlich ging das Team aus Woking das Risiko ein und ermöglichte Hamilton sein Debüt. Zu ernsthaften Verhandlungen mit Honda kam es daher nicht.

"Ich bin mir sicher, dass Lewis und Anthony auch mit einigen anderen gesprochen haben", erklärt Fry. Doch der Brite entschied sich für McLaren und blieb dem Team bis 2012 treu. Erst dann schaffte es Fry, Hamilton doch noch in sein Team zu holen, das mittlerweile den Mercedes-Namen trug. Zu verdanken habe man das vor allem dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Niki Lauda gehabt.

"Wir hatten leichte Probleme, Mercedes zu überzeugen, dass Lewis der richtige Mann für das Team ist", erinnert sich Fry. Dem Team sei Hamilton zunächst zu teuer gewesen. "Niki sagte einfach: 'Wir verpflichten ihn und fragen später um Erlaubnis.' Das haben wir dann auch gemacht", grinst Fry. Und so landete Hamilton mit einigen Jahren Verspätung doch noch in Brackley.

Honda hatte davon allerdings nichts mehr.

Mit Bildmaterial von LAT.