#NichtohnemeinKopftuch: Dubiose Akteure kapern die Kopftuchdebatte

Susanne Klaiber
  • Extreme verschiedener Richtungen nutzen den Twitter-Hashtag #NichtohnemeinKopftuch für ihre Debatte übers Kinder-Kopftuch
  • Die Politik ist mitschuld, dass sich nun dubiose Figuren profilieren

Der Hashtag, der sich seit dem Wochenende stark auf Twitter verbreitet: suggeriert Drama: #NichtohnemeinKopftuch.

Die Wortwahl erinnert an die drastische Geschichte von Betty Mahmoody, einer US-Amerikanerin, die von ihrem iranischen Mann unterjocht wurde und unter größten Gefahren mit ihrem kleinen Mädchen wieder in den Westen floh. “Nicht ohne meine Tochter” hießt ihr Buch, das in den 90ern Deutschland aufrüttelte.

Das Signal ist also klar: Es geht ums essentielle, existenzielle Fragen.

Schlammschlacht der Extremen

►  Unter dem Schlagwort #NichtohnemeinKopftuch diskutieren nun mehr und mehr User über ein Kinder-Kopftuchverbot für muslimische Mädchen in Kindergärten und Grundschule, wie es Politiker in Nordrhein-Westfalen aufgebracht haben.

Oder vielleicht muss man es anders formulieren: Die User tun zumindest ihre Meinung kund. Denn die Beschimpfungen, die Aggression, die aus vielen Tweets spricht, haben wenig mit einer Debatte zu tun. 

► Die Extremen haben nun das Thema für sich entdeckt. Die extremen Rechten wie die AfD und extreme Muslime.

Aufruf zum “Twitterstorm”

So riefen fragwürdige Seiten wie “Unser Islam” (die zwar religiöse und politische Inhalte sowie eine Spendenmöglichkeit bereitstellt, im Impressum aber nicht aber offenbart, wer hinter ihr steht) unter dem Hasthag zu einem “Wochenende der Empörung” auf.

Der Aufruf wurde mit einer martialischen Collage versehen, in der eine Hand nach dem Kopftuch einer Frau greift.

So hatte etwa auch die berüchtigte Schweizer Islamistin Nora Illi den Hashtag aufgegriffen.

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