Nicht gut Kirschen essen: Hier müssen Sie mit Wucherpreisen rechnen

Kirschen sind dieses Jahr deutlich teuer, allerdings nicht überall. (Bild: ddp)

Wer auf Kirschen steht, muss in diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen als sonst. In Deutschland hat der späte Frost zu enormen Ernteausfällen geführt – und davon sich auch noch andere Früchte betroffen.

„Der Kirschpreis muss steigen und er wird steigen“ zitiert die „Bild“-Zeitung Franz-Josef Müller, Vize-Chef der Bundesfachgruppe Obstbau. Der späte Frost im April habe dafür gesorgt, dass viele Kirschblüten im Hauptanbaugebiet Baden-Württembergs abgestorben seien, im Vergleich zum Vorjahr werden die Bauern wohl nur ein Fünftel der Ernte einfahren können.

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In Rheinland-Pfalz, Bayern und Franken sieht es ähnlich düster aus, nur in Niedersachsen liegt die Sache anders. Als der Frost kam, hatten die Bäume dort noch gar nicht geblüht.

Wenig Ernte, hohe Preise – allerdings nicht überall

Nur logisch nennt Müller einen Anstieg der Preise bei dem knappen Angebot, sonst würden die Bauern ganz auf ihren Kosten sitzen bleiben. Und das wird richtig teuer für die Verbraucher, zumindest für diejenigen, die gerne in Fachgeschäften, auf dem Wochenmarkt oder direkt von den Höfen kaufen. Denn dort werden vor allem deutsche Kirschen angeboten: Zu Preisen zwischen sechs und zehn Euro das Kilo, wo sonst vier bis acht Euro üblich sind.

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Wer dagegen im Supermarkt oder Discounter zu den runden Früchten greift, wird kaum einen Unterschied merken. Denn die beziehen ihre Waren seit dem vergangenen Jahr verstärkt aus anderen Ländern wie der Türkei. 2016 wurden mit 45 000 Tonnen ebenso viele Kirschen importiert wie in Deutschland geerntet, und der Trend könnte sich weiter zugunsten der Importe entwickeln.

Auch Erdbeeren, Blaubeeren und Äpfel sind betroffen

Doch auch andere Früchte haben unter den kalten Temperaturen gelitten. Bei Erdbeeren liegen die Ernteverluste in Niedersachsen zwischen zehn und 60 Prozent, bei den Heidelbeeren, die in Deutschland zu 85 Prozent ebenfalls in Niedersachsen angebaut werden, rechnen Experten mit 30 Prozent Ernteausfall. Noch nicht abzusehen ist die Höhe des Verlusts an Äpfeln. Auch er könnte beträchtlich sein, weil die für die Bestäubung zuständigen Insekten nur an warmen Tagen fleißig durch die Gegend fliegen.

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