Nibelungenstraße: Grundschule macht wegen Sicherheitsbedenken ihr Haupttor dicht

Grund dafür sind zunehmende Baustellen und der damit verbundene Verkehr.

Es war nur ein kleiner Zettel mit einer Zeichnung darauf, die aber hatte Symbolkraft. Sie zeigte einen Engel, der ein Herz in der Hand hielt – „Dein Schutzengel“ war zu lesen. „Ich möchte auch so einen Zettel haben“, bat Maya, Erstklässlerin der Grundschule Nibelungenstraße. Bevor sie zum Unterricht eilte, erzählte sie noch, sie gehe stets zu Fuß zur Schule, werde von ihrer Schwester begleitet. „Das klappt gut.“

Mit sieben Jahren noch zu klein, die Zusammenhänge zu verstehen, schien sie vor allem irritiert über den Rummel, der frühmorgens an der Bergstraße vor dem Schultor herrschte: Überlebensgroße Kinderzeichnungen am Zaun, gemalte Stopp-Schilder, bunte Fußstapfen auf dem Asphalt, Pappfiguren vor dem Zebrastreifen. Dazu Plakate mit Slogans wie „Passt bitte auf uns auf“ und „Ich möchte sicher zur Schule kommen“.

Es war aber nicht bloß eine dieser üblichen Aktionen rund um den Tag der Verkehrssicherheit, der alljährlich am 17. Juni begangen wird, sondern mehr: Die Grundschule hat ihren Haupteingang an der Nibelungenstraße gesperrt und ist ab sofort nur noch über den Nebeneingang, der an der Bergstraße liegt, gegenüber von St. Quirinus, zu betreten.

Durch die Stichstraße

Dieser Zustand werde mindestens bis zu den Sommerferien anhalten, erklärte Schulleiterin Karin Lang. „Was danach wird, haben wir noch nicht entschieden.“

Quer über den Torbogen an der Nibelungenstraße wurde ein Banner angebracht: „Uns reicht’s – Dieses Schultor ist aus Sicherheitsgründen geschlossen.“ Zu dem Schritt hätten sich Lehrer und Eltern gemeinsam durchgerungen, sagte Lang. Grund sei der Baustellenverkehr vor der Schuleinfahrt. An der Nibelungenstraße errichtet die Wohnungsgesellschaft GAG Mehrfamilienhäuser, in mehreren Bauabschnitten. Gegenwärtig wird ein Block direkt neben der Schule hochgezogen.

Tagtäglich rangieren in der zum Schulgebäude führenden Stichstraße Anlieferfahrzeuge. „Die Lkw dürfen die Schuleinfahrt mitbenutzen“, sagte Lang, „mit der GAG hatten wir eigentlich bestimmte Stoßzeiten ausgemacht, aber das funktioniert nicht, wir haben auch schon mit Lkw-Fahrern gesprochen. Sie sagen meistens, wir sehen doch die Kinder in unseren Spiegeln.“ Darauf, dass es irgendwie schon gut gehen werde, habe man jedoch nicht länger vertrauen wollen.

Baustelle wird es noch länger geben

„Mein Bauchgefühl hat mir gesagt, dass wir handeln müssen, bevor etwas passiert und ein Kind zu Schaden kommt“, erklärte Schulpflegschaftsvorsitzende Melanie Lietz. „Zum Glück haben wir diesen zweiten Eingang“, so Lang. Ihr sei klar, dass sich die Schule noch für längere Zeit mit der Baustellensituation werde abfinden müssen: Die GAG-Neubauten werden erst im Mai 2018 fertiggestellt sein.

Mehr noch: Auch die benachbarte städtische Kita wird saniert. Und die evangelische Philipp-Nicolai-Kirche, nur wenige Häuser weiter, soll bald abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt werden. GAG-Sprecher Jörg Fleischer erläuterte: „Wenn zum Beispiel Betondecken gegossen werden, kommen 20, 30 Lkw kurz hintereinander, das lässt sich leider nicht ändern.“

Von der Merheimer Straße aus gebe es zur Schule zwar einen „Alternativpfad“, doch sei der wohl von Eltern und Kindern nicht angenommen worden. Die Schließung des Haupteingangs befürworte daher auch die GAG....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta