Dieser NHL-Star soll Deutschland ins Viertelfinale schießen

Andreas Pfeffer, Bernd Roetmann

Die Erwartungshaltung ist groß - riesengroß. Nach dem Olympia-Märchen in Pyeongchang, das mit dem sensationellen Gewinn der Silbermedaille endete, erwarten nicht wenige von der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft ein ähnlich gutes Abschneiden bei der WM in Dänemark (4. bis 20. Mai LIVE im TV auf SPORT1).

Dessen ist sich auch NHL-Star Leon Draisaitl bewusst.

"Ich denke, dass das von außen ein wenig übertrieben wird. Aber wir in der Mannschaft wissen, was wir erreichen wollen und wie unsere Ziele sind. Das ist das Wichtigste. Wir können das alle ganz gut einzuschätzen und wissen, was wir zu tun haben, um diese Ziele zu erreichen", sagte der 22-Jährige bei SPORT1.

Draisaitl neuer Anführer nach drei Rücktritten

Draisaitl, der die Olympischen Spiele wie alle anderen NHL-Spieler nur aus der Ferne vor dem Fernseher verfolgen konnte, wird in Dänemark die wichtigste Position im DEB-Team einnehmen.

Nach den Rücktritten von Marcel Goc, Christian Ehrhoff und Patrick Reimer soll der junge Superstar auch der Anführer des Teams werden (SERVICE: WM-Spielplan).


"Ich bin für alles bereit, was auch immer es ist. Auf und neben dem Eis", sagte er auf die Frage, welche Rolle er in der neuen Team-Hierarchie einnehmen wird.

Nach 95 NHL-Spielen zur Heim-WM

Dass die Nationalmannschaft ihm große Freude bereitet, betont der Star der Edmonton Oilers immer wieder. Im vergangenen Jahr flog er unmittelbar nach dem Playoff-Aus der Oilers in der 2. Runde und annähernd 95 Spielen in den Beinen nach Deutschland, um das Team bei der Heim-WM zu verstärken (Alle Infos zur Eishockey-WM).

In dieser Saison verpasste der kanadischen Klub die Playoffs. Statt wie andere Profis sofort in den Urlaub zu gehen, sagte Draisaitl für die WM zu. Nachdem der Deutsche Eishockey-Bund die hohe Versicherungsprämie durch seinen 68-Millionen-Dollar-Vertrag mit Hilfe von Partnern und Sponsoren stemmen konnte, stand seinem Einsatz nichts mehr im Wege.

Welche Bedeutung er für das Team von Bundestrainer Marco Sturm hat, wurde zuletzt bei der WM-Generalprobe gegen Südkorea deutlich. Beim knappen 4:3-Erfolg blies er nach dem 1:3 zur Aufholjagd, erzielte ein Tor und bereitete zwei weitere vor. Bei seinen drei Einsätzen in der Vorbereitung verbuchte Draisaitl zwei Tore und fünf Vorlagen und wies eindrucksvoll nach, dass er Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist.


"Man sieht, dass er in jedem Spiel den Unterschied ausmachen kann", lobte ihn Teamkollege Moritz Müller: "Er gehört nicht umsonst zu den besten Spielern der Welt."

Sturm: "Er ist ein Ausnahmespieler"

Bundestrainer Sturm weiß genau, was er an Draisaitl hat. "Wenn Leon kommt, dann wird er immer alles geben - egal welches Trikot er trägt. Trotz seines jungen Alters ist er ein Ausnahmespieler, den wir zum Glück in unseren Reihen haben. Er will gewinnen, er will der beste Spieler sein und das merkt man täglich an seiner Arbeit", sagte er zu SPORT1

Sturm hat die Entwicklung Draisaitls mitgeprägt. Nach seinem ersten Jahr in Edmonton spielte der Jungstar erstmals bei der WM 2016 in Russland unter dem Bundestrainer. "Man hat damals gemerkt, dass er noch ein bisschen braucht", sagt Sturm.


Danach legte Draisaitl im Sommer Sonderschichten ein - mit Erfolg: "Es war eigentlich unglaublich: Vier bis fünf Monate später kam er zur Olympia-Qualifikation wieder zurück. Ein komplett anderer Spieler, aber auch ein Führungsspieler, der sofort das Kommando übernommen hat."

Starke Entwicklung bei den Oilers

Draisaitl ließ eine herausragende NHL-Saison 2016/17 mit 77 Scorerpunkten folgen. "Er ist in Edmonton unglaublich gereift. Dort sind ihm mit seinem Teamkollegen Connor McDavid die Möglichkeiten dafür gegeben. Sie führen das Team seit zwei Jahren an", schwärmt Sturm von Draisaitls Sprung in der NHL. 


Jetzt liegt es am Sohn des Ex-Nationalspielers Peter Draisaitl, das DEB-Team bei der WM anzuführen. Dass er das kann, steht für Sturm außer Frage: "Leon wird sein Spiel durchziehen und er wird die Mannschaft auch mitreißen."

Eishockey-WM LIVE auf SPORT1

SPORT1 zeigt die Eishockey-WM live und exklusiv im deutschen Free-TV mit bis zu 36 Livespielen, darunter alle deutschen Partien sowie die Halbfinals und das Endspiel.

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