NFL: Week 2: Denver zerlegt Dallas - Seattle zittert

Die New England Patriots schlagen die Saints deutlich, die Bucs feiern einen herausragenden Saisoneinstand. Minnesota verliert ohne Sam Bradford, die Ravens gewinnen - und verlieren doch. Außerdem: Arizona enttäuscht erneut, die Chiefs schlagen Philly und Carolina zittert sich durch. Danach wurde es kurios. Die Seahawks zittern zuhause gegen San Francisco bis zum Schluss, während die Dallas Cowboys in Denver untergehen.

Die New England Patriots schlagen die Saints deutlich, die Bucs feiern einen herausragenden Saisoneinstand. Minnesota verliert ohne Sam Bradford, die Ravens gewinnen - und verlieren doch. Außerdem: Arizona enttäuscht erneut, die Chiefs schlagen Philly und Carolina zittert sich durch. Danach wurde es kurios. Die Seahawks zittern zuhause gegen San Francisco bis zum Schluss, während die Dallas Cowboys in Denver untergehen.

Seite 1: Broncos furios, Raiders siegen mühelos, Krimi in L.A.

Denver Broncos (2-0) - Dallas Cowboys (1-1)

  • Ergebnis: 42:17 (7:0, 14:10, 14:0, 7:7) BOXSCORE
  • WOW! Welch ein Statement der Broncos! In einer absoluten Machtdemonstration hat man die Cowboys in die Schranken gewiesen. Dabei konnte nicht nur die Defense überzeugen sondern wie schon in der Vorwoche auch die Offense um Trevor Siemian.
  • Doch First Things First: Die Front der Broncos agierte gegen die hochgelobte O-Line der Cowboys schlichtweg unglaublich und erlaubte Ezekiel Elliott bis tief ins vierte Viertel acht (!) Yards Raumgewinn bei neun Carries. Mitte des Schlussviertels waren es auch lediglich 134 Offensive-Yards der Cowboys, die die Denver-Defense zugelassen hatte.
  • Doch wie erwähnt konnte auch Siemian ein weiteres sehr ordentliches Spiel abliefern. Bei 22/32 erfolgreichen Passversuchen warf er für 231 Yards und vier Touchdowns.
  • Die Cowboys konnten weder vor, noch nach einer einstündigen Unwetterunterbrechung ihren gewohnten Rhythmus finden und sich eher an den kleinen Dingen freuen:
  • Mit seinem ersten Touchdown-Pass auf Dez Bryant wurde Dak Prescott nämlich zum ersten NFL-Quarterback, der bei seinen ersten 25 Touchdown-Pässen nur fünf Interceptions geworfen hat.
  • Jason Witten hingegen ist nach einem 28-Yard-Score der zweite Tight End, der für über 12.000 Receiving Yards gefangen hat.

Oakland Raiders (2-0) - New York Jets (0-2)

  • Ergebnis: 20:46 (7:0, 14:10, 7:3, 17:7) BOXSCORE
  • Heimdebüt für den Hometown-Boy. Marshawn Lynch durfte gegen die Jets erstmals vor heimischer Kulisse ran und wusste den Fans im "Black Hole" gleich einen Grund zum jubeln geben. Possessions innerhalb der gegnerischen 5-Yard-Linie werden wenig überraschend über Lynch laufen. So auch sein erster Touchdown in Black and Silver.
  • Die Jets konnten überraschend gut mithalten und waren bis in der zweiten Halbzeit aussichtsreich im Spiel. Dann aber recoverten die Raiders einen fallengelassenen Punt und nutzten die geschenkte Redzone-Gelegenheit. Auch beim zweiten Turnover der Gang Green waren die Raiders sofort zu Stelle und kreierten ein High-Scoring-Game.
  • Apropos großes Scoring: Michael Crabtree ließ einige Fantasy-Herzen lauter schlagen und sammelte gleich drei Touchdowns! Neben ihm spielte auch Derek Carr eine vollkommen überzeugende Partie und sammelte bei 23/28 Passversuchen 230 Yards und drei Touchdowns.

Los Angeles Chargers (0-2) - Miami Dolphins (1-0)

  • Ergebnis: 17:19 (0:3, 10:0, 10:7, 0:6) BOXSCORE
  • Chargers-Fans haben es nicht leicht. Zumindest die, die es noch gibt. Wie schon in der Vorwoche wird der entscheidende Kick von Newcomer Younghoe Koo nicht verwertet und das Spiel deshalb verloren.
  • Weiterer enttäuschender Fakt aus L.A.: Die Chargers haben bei der Heimpremiere im StubHub Center nicht einmal ein ausverkauftes Haus vorgefunden. In das 27.000 Zuschauer fassende Fußballstadien kamen 25.381 Zuschauer.
  • Zumindest Antonio Gates konnte sich in die Geschichtsbücher eingetragen! Der Veteran fing im dritten Viertel den 112. Touchdown seiner Karriere und setzte sich somit als Tight End mit den meisten TD-Receptions aller Zeiten von Tony Gonzalez als alleiniger Spitzenreiter ab!
  • Nach der Spielverlegung in Week 1 durften auch die Dolphins in Los Angeles in die Saison starten. Mann im Fokus war natürlich Dolphins-Quarterback Jay Cutler, der sein erstes Regular-Season-Spiel als Ersatz von Ryan Tannehill bestritt. Die Offense fand zunächst allerdings etwas konservativ statt.
  • Im zweiten Durchgang fand Cutler dann einen guten Rythmus und in Jarvis Landry eine neue Lieblingsanspielstation. Der Wideout fing bis zum Ende des dritten Viertels elf Pässe über 67 Yards. Desweiteren lief Jay Ajayi auch in der neuen Saison direkt für über 100 Yards.

Seattle Seahawks (1-1) - San Francisco 49ers (0-2)

  • Ergebnis: 12:9 (6:0, 0:6, 0:0, 6:3) BOXSCORE
  • Die Seahawks Offensive Line bereitet weiterhin große Sorgen. Auch im Heimspiel gegen die Niners hatte Seattle Schwierigkeiten damit, irgendeine Art von Offense zu kreieren. Verheerend war allerdings gerade in der ersten Halbzeit das Spiel auf dem Boden. Hier konnte man in 16 Laufversuchen lediglich 36 Yards gewinnen - ehe schließlich Chris Carson (20 ATT, 93 YDS) aufwachte.
  • Carsons 20 Runs deuten an, dass er aktuell der Starter in Seattles Backfield ist. Eddie Lacy war angeschlagen nicht dabei, Thomas Rawls hatte lediglich fünf Runs (4 YDS). Carson wirkte explosiv und erinnerte an Rawls in dessen ersten Spielen.
  • Unter dem Druck des Niners-Pass-Rush überwarf Russell Wilson mehrfach seine Receiver. Den ersten Touchdown der Saison konnte man als Seahawks-Fan dann schließlich im Schlussviertel bejubeln.
  • Dieser kam zustande nachdem San Francisco seine erste Führung der Saison bejubeln konnte. Symptomatisch für das Defense-lastige Spiel entstand diese durch drei Field Goals von Robbie Gould. Die Niners warten, genau wie Cincinnati, weiterhin auf ihren ersten Touchdown der Saison.
  • Für einen der vermeintlich großen Favoriten der NFC ist der Saisonstart allerdings in hohem Maße besorgniserregend. Die Hawks sind wahnsinnig von ihrer Defensive abhängig und müssen auf eine weitestgehend verletzungsfreie Saison dieser Unit hoffen - während offensiv aktuell zu viel nach Improvisation durch Wilson aussieht.

Los Angeles Rams (1-1) - Washington Redskins (1-1)

  • Ergebnis: 20:27 (0:3, 10:17, 7:0, 3:7) BOXSCORE
  • Später Erfolg für die Redskins! Zwar funktionierte das Passing-Game um Kirk Cousins wie schon in der Vorwoche nur bedingt, im Running-Game allerdings konnte man diesmal ein dickes Ausrufezeichen setzen. Rob Kelley (der später mit einer Rippenverletzung des Spielfeld verließ), Samaje Perine und Chris Thompson liefen allesamt für je über 60 Yards.
  • Dies war in einem ausgeglichenen Spiel auch bitter von Nöten. In vielen Kategorien des Spiels wussten sich beide Teams keinen Vorteil zu verschaffen. Die Redskins konnten schlussendlich durch das dominante Rushing-Game, ein besseres Turnover-Verhältnis und längere Zeit auf dem Feld durchsetzen.
  • Fragezeichen bei den Rams gilt es deshalb gerade wegen der Run-Defense zu stellen. Trotz der Rückkehr von Aaron Donald ließ man hier 229 Yards zu!
  • Nach dem Blowout-Sieg in der Vorwoche gegen die Indianapolis Colts hatten die Rams einiges an Aufmerksamkeit geschenkt bekommen und könnten in einer möglicherweise schwachen Conference sogar für eine Überraschung sorgen. Dafür allerdings wollte Head Coach Sean McVay an den Fehlern arbeiten, die in der letzten Woche zu häufig passiert sind. Doch das Penalty-Problem war auch in der zweiten Woche ein schwerwiegendes.
Seite 2: Pats demontieren die Saints, dominante Bucs, Chiefs siegen weiter

New Orleans Saints (0-2) - New England Patriots (1-1)

  • Ergebnis: 20:36 (3:20, 10:10, 0:3, 7:3) BOXSCORE
  • Man hatte einen Shootout und eine wütende Patriots-Offense erwartet. Letzteres bekamen die Fans zu sehen: New England startete brandheiß, Brady (30/39, 447 YDS, 3 TD) zerlegte die Saints-Defense fast nach Belieben. In einer teilweise spektakulären ersten Hälfte gelangen ihm so unter anderem zum ersten Mal drei Touchdown-Pässe im ersten Viertel eines Spiels (Regular Season und Playoffs), außerdem legte er Rob Gronkowskis 69. TD-Catch auf.
  • Stichwort Gronk: Der Game Plan der Patriots war offensichtlich. Die Patriots ignorierten ihre Wide Receiver teilweise scheinbar und setzten stattdessen darauf, die Safeties und Linebacker der Saints mit Running Backs und den Tight Ends im Passspiel zu attackieren. Das klappte weitestgehend sehr gut, und als die Pats dann das Playbook im zweiten Viertel weiter öffneten, offenbarten auch die Saints-Cornerbacks Probleme. Im Slot durfte unter anderem James White ran, nachdem Danny Amendola nicht fit geworden war.
  • In der Folge packten die Patriots derart wütend Punkte aufs Scoreboard, dass New Orleans schlicht nicht schritthalten konnte. Zwar hatte auch Drew Brees (27/45, 356 YDS, 2 TD) mehrere tolle Pässe, unter anderem ein Pass auf Alvin Kamara, der sich outside aufstellte und eine Go-Route lief. New Orleans' Defense aber war einmal mehr ein zu großer Klotz am Bein.
  • Das lag auch daran, dass die Patriots selbst ohne den verletzten Dont'a Hightower in der Run-Defense deutlich weniger Probleme hatten als noch im ersten Spiel. Weder Adrian Peterson (8 ATT, 26 YDS), der sehr langsam wirkte, noch Mark Ingram (8 ATT, 52 YDS - darunter ein 28 Yarder) hatten sonderlich großen Erfolg.
  • Sorge bei den Pats: Gronkowski musste in der zweiten Hälfte verletzt raus, nachdem er hart auf dem Rücken gelandet war. Offizielle Team-Aussage: Eine Leistenverletzung.

Tampa Bay Buccaneers (1-0) - Chicago Bears (0-2)

  • Ergebnis: 29:7 (10:0, 16:0, 0:0, 3:7) BOXSCORE
  • Für die Bucs war es nach dem verschobenen Spiel gegen Miami in Week 1 der Saisonauftakt - Tampa war aber schnell auf Betriebstemperatur. Die Bucs gingen früh durch einen tollen TD-Catch von Mike Evans (7 REC, 93 YDS, TD) in Führung, Jameis Winston (18/30, 204 YDS, TD) verteilte den Ball insgesamt sehr gut.
  • Vor allem aber die Defense glänzte. Tampa dominierte die Line of Scrimmage komplett, während Bears-QB Mike Glennon (31/45, 301 YDS, TD, 2 INT) kostspielige Fehler unterliefen, darunter ein Pick Six.
  • Doch Glennons Statistiken verraten bereits zwei Dinge: Die Bucs mussten früh in den Alles-Pässe-Modus schalten - und das Run- Game funktionierte überhaupt nicht. Gegen eine glänzend aufgelegte Bucs-Front gelangen dem angeschlagenen Jordan Howard bei neun Runs nur sieben (!) Yards, Cohen (7 ATT, 13 YDS) erging es nur geringfügig besser.
  • Tampa dagegen hatte auch ohne den gesperrten Doug Martin ein absolut solides Run Game, während die Defense Spiel und Gegner dominierte. Schon zur Halbzeit war dieses Spiel entschieden.

Pittsburgh Steelers (2-0) - Minnesota Vikings (1-1)

  • Ergebnis: 26:9 (7:0, 7:3, 6:6, 6:0) BOXSCORE
  • Den ersten Schock für die Vikings gab es schon kurz vor dem Kickoff: Sam Bradford, der bereits seit einigen Tagen über Schmerzen im Knie geklagt hatte, konnte nicht spielen. Für ihn übernahm Case Keenum. Zumindest aber soll Bradfords Kreuzband laut NFL-Network-Insider Ian Rapoport in Ordnung sein - es handelt sich um das Knie, an dem Bradford in den vergangenen Jahren bereits zwei Mal operiert worden war.
  • In der Folge müssen sich Vikings-Fans fragen: Was wäre mit dem in Week 1 so überragenden Sam Bradford möglich gewesen? Denn die Defense spielte lange herausragend: Mitte des zweiten Viertels stand Roethlisberger (23/35, 243 YDS, 2 TD) bei 3/9 für 39 Yards. Das Problem: Keenum (20/37, 167 YDS) konnte daraus nicht wirklich viel Kapital schlagen, so dass Dalvin Cook (12 ATT, 64 YDS) häufig jede Menge Spieler in der Box sah.
  • Trotz der Offensiv-Probleme gegen eine absolute Top-Defense - Minnesota ließ in der zweiten Hälfte keinen Touchdown zu - können Steelers-Fans auch auf dieser Seite des Balls mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Und das vor allem aufgrund eines Mannes: Martavis Bryant.
  • Nach abgesessener Sperre hatte der ein holpriges Debüt in Week 1, umso beeindruckender war er beim Heim-Auftakt: Bryant (3 REC, 91 YDS, TD) war ganz offensichtlich entschieden stärker in den Game Plan eingebaut, fing mehrere tolle Deep Balls und zog hier auch Strafen. Mit Bryant und Antonio Brown könnten die Steelers in dieser Saison perspektivisch das beste Wide-Receiver-Duo in der NFL auf dem Platz haben.
  • Auch Le'Veon Bell sah nach einem schwierigen Saisonauftakt gegen die Browns besser aus. Bell (27 ATT, 86 YDS) zeigte gegen die starke Vikings-Front seine Geduld und konnte die Offense mit einigen harten Runs immer wieder bewegen. Dennoch ein Problem: Die Third-Down-Effizienz (3/13).

Kansas City Chiefs (2-0) - Philadelphia Eagles (1-1)

  • Ergebnis: 27:20 (3:3, 3:0, 7:7, 14:10) BOXSCORE
  • Für eine ganze Weile konnte die starke Eagles-Front (vier Sacks) Kareem Hunt kontrollieren - im Laufe der zweiten Hälfte aber explodierte der Rookie schließlich. Hunt (13 ATT, 81 YDS, 2 TD; 3 RED, 28 YDS) fand in der zweiten Hälfte immer mehr Lücken, das absolute Highlight war sein 53-Yard-TD-Run.
  • Doch auch die Eagles offenbarten früh Probleme in der Pass-Protection. Kansas City setzte Carson Wentz immer wieder unter Druck, unumstrittener Mann des Spiels war D-Liner Chris Jones mit vier Tackles, drei Sacks, einer Interception und zwei Forced Fumbles.
  • Auffällig aber: Wentz (25/46, 333 YDS, 2 TD, INT) bewegte sich wieder sehr gut in der Pocket, zeigte erneut mehrere fantastische Plays und bestätigte die guten Eindrücke aus dem ersten Spiel, wenngleich er erneut alles andere als ein fehlerfreies Spiel ablieferte. So hatte er Sekunden vor der Halbzeitpause riesiges Glück, als eine vermeintlich sichere Interception aus den Händen des Verteidigers zu Ertz prallte, wenngleich die Eagles das anschließende Field Goal zum möglichen Ausgleich vergaben.
  • Die Chiefs nutzten in diesem Spiel vor allem Travis Kelce als den X-Faktor. Kelce (8 REC, 103 YDS, TD) war immer wieder ein riesiges Problem für Philadelphias Safeties und Linebacker.
  • Wentz brachte die Eagles mit einem TD-Pass auf Agholor nochmal in Schlagdistanz und auch der Onside Kick klappte - der Hail Mary sieben Sekunden vor dem Ende aber klappte nicht.

Jacksonville Jaguars (1-1) - Tennessee Titans (1-1)

  • Ergebnis: 16:37 (3:3 0:3, 0:17, 13:14) BOXSCORE
  • Same old, same old in Jacksonville nach dem euphorischen Auftakt in Houston. Während die Defense über zwei Viertel auch gegen eine starke Titans-Line auftrumpfte und auch im Passing Game Mariota konstant unter Druck setzte, war die eigene Offense erneut ein großes Problem.
  • So ließ die Line viel Pressure zu, während Blake Bortles (20/34, 223 YDS, TD, 2 INT) zwei Interceptions warf - zumindest bei einer aber war er unschuldig, als der Ball durch die Hände des Receivers flog und abgefälscht beim Verteidiger landete. Das Run Game, das gegen Houstons starke Front noch überraschend gut funktioniert hatte, konnte dieses Mal ebenfalls nicht die treibende Kraft sein. Leonard Fournette (14 ATT, 40 YDS, TD) konnte erst spät im Spiel noch einige Stats sammeln.
  • Jacksonvilles Defense hielt lange Stand und auch Mariota (15/27, 215 YDS, TD, INT) hatte seine liebe Mühe - doch irgendwann war die Defense zu lange auf dem Platz.
  • Ein beeindruckender TD-Run von Derrick Henry, als er mehrere Verteidiger über den Haufen lief, ein langer Pass auf Taylor sowie daran anschließend ein TD-Run von Tight End Delanie Walker: Tennessee entschied das Spiel im dritten Viertel für sich. Dabei wirkte Henry (14 ATT, 92 YDS, TD) deutlich frischer als DeMarco Murray (9 ATT, 25 YDS).
Seite 3: Cards-OT, Panthers siegen glanzlos und Ravens mit Sieg und Verlust

Indianapolis Colts (0-2) - Arizona Cardinals (1-1)

  • Ergebnis: 13:16 OT (10:0, 0:3, 0:0, 3:10, 0:3) BOXSCORE
  • Auf beiden Seiten gab es im Vorfeld der Partie zahlreiche Ausfälle zu beklagen: Die Colts mussten unter anderem ohne Andrew Luck, Ryan Kelly und Vontae Davis ran, bei den Cards fehlten neben David Johnson auch Mike Iupati, D.J. Humphries, Jermaine Gresham und John Brown.
  • Auf dem Platz merkte man die Ausfälle allerdings zunächst vor allem bei den Cards. Offensiv zwei 3&Outs mit keinem Yard Raumgewinn, defensiv ließen die Cards, die im Pass-Rush erneut viel zu zahnlos waren und bemerkenswert wenig Aggressivität an den Tag legten, direkt einen 14-Yard-TD-Drive zu. Die Colts verwerteten ihre ersten drei Third Downs, nachdem sie in der Vorwoche gegen die Rams keines von zehn Third Downs hatten verwerten können.
  • Arizona versuchte dabei mehrfach, mit einem zusätzlichen O-Liner Palmer (19/36, 332 YDS, TD, INT) zu helfen. Allein - es half wenig. Vor allem Veldheer hatte auf Right Tackle erneut große Probleme, die Line insgesamt aber war eine Katastrophe. Palmers Pocket-Movement wurde zwar im Laufe des Spiels besser, der Arm aber muss Cardinals-Fans spätestens jetzt Sorgen bereiten. Erneut mehrere deutlich ungenaue Pässe, der Touch scheint komplett zu fehlen. Dazu eine Interception in der Red Zone, als er den Ball in die Arme des wartenden Safeties Malik Hooker warf sowie mehrere weitere INT-würdige Pässe. Coach Bruce Arians kritisierte Palmer in der Halbzeitpause öffentlich. Ein Lichtblick in der Offense: Chris Johnson, der dann in der 2. Hälfte auch starten durfte.
  • Die Colts auf der anderen Seite dürften beim ersten Drive kaum ihren Augen getraut. Jacoby Brissett (20/37, 216 YDS, INT) wirkte um ein Vielfaches sicherer als Scott Tolzien in der Vorwoche, die Line öffnete Löcher gegen die Cards-Front für Frank Gore (14 ATT, 46 YDS, TD). Zumindest beim ersten Drive.
  • Denn Arizonas Defense fing sich merklich: Indy ging mit nur 96 Offense-Yards in die Halbzeit und sah vor allem im Schlussviertel kein Land mehr gegen den steigenden Pressure. Das öffnete die Tür für die Cards im zweiten Durchgang, getragen von einem starken J.J. Nelson (5 REC, 120 YDS, TD) kam Arizona trotz eines schwachen Palmers zurück - Phil Dawsons möglicher Game-Winner aus 42 Yards ging aber daneben! Beim ersten Play der Overtime aber fing Tyrann Mathieu die Interception, dieses Mal saß das Field Goal.

Baltimore Ravens (2-0) - Cleveland Browns (0-2)

  • Ergebnis: 24:10 (7:0, 14:7, 0:3, 3:0) BOXSCORE
  • Die Ravens-Defense ließ nach dem Shutout in Week 1 auch in Week 2 die Muskeln spielen. Die Front Seven dominierte die Line of Scrimmage gegen die Browns-Line, in der Joe Thomas die unglaubliche Marke von 10.000 gespielten Offense-Snaps in Folge durchbrach - und die Secondary ging auf die Jagd. Insgesamt vier Interceptions für die Ravens-Defense standen am Ende zu Buche.
  • Die gingen allerdings nicht alle auf das Konto von DeShone Kizer (15/31, 182 YDS, 3 INT, FUM). Clevelands Rookie-Quarterback, der sich mehrere deutliche Fehler leistete und unter dem Strich ein ganz schwaches Spiel hatte, musste für eine ganze Weile aufgrund einer Migräne zuschauen. Kevin Hogan (5/11, 118 YDS, TD, INT) übernahm zwischenzeitlich für ihn - und führte die Browns prompt zum Touchdown.
  • Cleveland konnte gegen Baltimores Front keinerlei Run Game aufziehen, umgekehrt aber hatten hier auch die Ravens über weite Strecken ihre liebe Mühe. Joe Flacco (25/34, 217 YDS, 2 TD, INT) wirkte aber deutlich verbessert und fand unter anderem Jeremy Maclin zum Touchdown in der Endzone, nachdem Maclin einige Snaps mit einer Schulterverletzung verpasst hatte. Der TD-Pass kam Sekunden vor der Halbzeitpause, als Hogan mit 19 Sekunden auf der Uhr im zweiten Viertel eine Interception geworfen hatte.
  • Doch kam der Sieg für die Ravens zu einem enorm großen Preis: All-Pro-Guard Marshal Yanda, Baltimores wichtigster O-Liner, musste verletzt raus - nach dem Spiel verkündete Coach John Harbaugh, dass Yanda den Rest der Saison mit einer Knöchelverletzung verpassen wird.

Carolina Panthers (2-0) - Buffalo Bills (1-1)

  • Ergebnis: 9:3 (3:0, 3:0, 0:0, 3:3) BOXSCORE
  • Defensive Dominanz in Charlotte - etwas überraschend allerdings auf beiden Seiten. Carolina offenbarte große Probleme in der Offensive Line (Kalil ließ sieben (!) Pressures zu, sechs Sacks insgesamt für Buffalo), nach einem harten Sack musste Cam Newton (20/32, 228 YDS) für mehrere Plays raus - und unmittelbar danach ließ er einen komplett offenen Touchdown-Pass auf Christian McCaffrey mit einem extrem ungenauen Wurf liegen.
  • Die Probleme in der eigenen Line sorgten auch dafür, dass im Run Game nichts ging. Weder McCaffrey (8 ATT, 10 YDS) noch Stewart (15 ATT, 40 YDS) hatten Lücken gegen eine gute Bills-Front. Newton selbst aber wirkte zumindest in der ersten Hälfte deutlich verbessert im Vergleich zum ersten Spiel.
  • Allerdings hatte die Bills-Offense noch mehr Schwierigkeiten. Es dauerte 20 Minuten, ehe Buffalo sein erstes First Down hatte und Tyrod Taylor (17/25, 125 YDS) hatte mit dem Pass-Rush der Panthers seine liebe Mühe. Vor allem aber kontrollierten die Panthers defensiv das Run Game komplett. Taylor hatte 55 Rushing-Yards - McCoy (12 ATT, 9 YDS) sah überhaupt kein Land. Gegen dieses Run Game eine mehr als beeindruckende Vorstellung der Panthers-Front.
  • Weil die eigene Offense aber vor allem in der gegnerischen Hälfte riesige Probleme hatte, blieb es bis zum Schluss spannend - und die Bills hatten tatsächlich die Chance, das Spiel mit dem letzten Drive zu gewinnen. Doch bei 4th&11 14 Sekunden vor dem Ende konnte Zay Jones den langen, schwierigen Pass von Taylor nicht kontrollieren. Game Over.
  • Über allem aber stand eine bittere Verletzung: Carolinas Greg Olsen musste mit einer Fußverletzung raus und verriet nach dem Spiel, dass er sich den Fuß gebrochen hat.

Cincinnati Bengals (0-2) - Houston Texans (1-1)

  • Ergebnis: 9:13 (0:3, 6:7, 3:0, 0:3) BOXSCORE

Analyse: Desolate Bengals mit historischer Pleite

Atlanta Falcons (2-0) - Green Bay Packers (1-1)

  • Ergebnis: 34:23 (7:7, 17:0, 10:3, 0:13) BOXSCORE

Analyse: Falcons bei Einweihungsparty ohne Erbarmen

New York Giants (0-1) - Detroit Lions (1-0) (Di., 2.30 Uhr )

Analyse: Lions bleiben perfekt - Giants-O-Line zerbricht

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