NFL: Third and Long: Verletzungen, Debüts, Inakzeptables

Die NFL steuert mit großen Schritten auf die Regular-Season-Halbzeit zu, die ersten fünf Spieltage sind abgehakt - und erneut mischt sich die Politik in den USA auf unschöne Art und Weise in den Sport ein. Derweil sehen die Bears-Fans endlich zum ersten Mal Mitch Trubisky, Deshaun Watson hat seinen ersten echten Härtetest und Verletzungen prägen das Bild nach Week 5. SPOX -Redakteur Adrian Franke blickt zurück auf die vergangenen Tage in der NFL.

Die NFL steuert mit großen Schritten auf die Regular-Season-Halbzeit zu, die ersten fünf Spieltage sind abgehakt - und erneut mischt sich die Politik in den USA auf unschöne Art und Weise in den Sport ein. Derweil sehen die Bears-Fans endlich zum ersten Mal Mitch Trubisky, Deshaun Watson hat seinen ersten echten Härtetest und Verletzungen prägen das Bild nach Week 5. SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt zurück auf die vergangenen Tage in der NFL.

Seite 1: Jerry Jones, Seattle, Kizer, Trubisky und Watt

Was Jerry Jones macht ist alarmierend

Die Nachricht sickerte nach der Niederlage gegen Green Bay durch: Cowboys-Eigentümer Jerry Jones hat angekündigt, dass kein Cowboys-Spieler, der "die Flagge respektlos behandelt", spielt: "Passiert irgendetwas despektierliches gegenüber der Flagge, dann spielen wir nicht." Ein Kommentar, der prompt Lob von Donald Trump einheimste - und der eine direkte Bedrohung des Rechts auf freien Protest sowie der Versuch ist, die eigenen Spieler einzuschüchtern. Es zeigt zudem wieder, dass die eigentliche Botschaft einfach nicht ankommt, ob absichtlich oder unabsichtlich.

Es geht bei den Protesten - das hatte ich vor zwei Wochen schon geschrieben - nicht um die Hymne oder die Flagge. Es geht um Ungleichheit, um Rassismus, um willkürliche Polizeigewalt. Niemand behandelt eine Flagge oder Hymne respektlos, weil er sich hinkniet. Man behandelt eine Flagge aber durchaus respektlos, indem man die Werte, für die sie einsteht und die das den gleichen Flaggen-Verteidigern so wichtige Militär in der Welt verteidigen soll, mit Füßen tritt. Genau das macht Jones hier, auch wenn er nicht den generellen Protest verbietet.

Die Tatsache, dass er danach noch den peinlichen Auftritt von Vizepräsident Mike Pence verteidigte, der das Colts-Niners-Spiel besucht hatte, nur um nach der Hymne zu gehen, weil Spieler sich währenddessen hingekniet hatten, setzte dem ganzen die Krone auf. "Wenn unser Vizepräsident der Auffassung ist, dass die Flagge respektlos behandelt wurde, sollte er das ausdrücken dürfen, wie er will. Er hat auch Rechte", betonte Jones. Oh, die Ironie...

Dass zudem jetzt ausgerechnet jemand wie Jones die drohende Keule schwingt, ist an Lächerlichkeit eigentlich kaum zu überbieten. Der gleiche Jerry Jones hat vor nicht allzu langer Zeit einen Spieler wie Greg Hardy trotz mehrerer Vorfälle extremer häuslicher Gewalt verpflichtet und diese Entscheidung mehrfach öffentlich verteidigt. Aber bei friedlichem Protest zieht Jones offenbar die Grenze.

Das Debüt von Mitchell Trubisky

Man sollte es nicht überbewerten - erster Start, Primetime, eine der besten Defenses in der NFL auf der anderen Seite - aber doch wurde das Debüt von Mitchell Trubisky mit Spannung erwartet. Dabei wurden immerhin einige Dinge deutlich:

  • Wie vermutet passte Trubisky deutlich besser in die Bears-Offense, als das bei Glennon je der Fall war. Rollouts, präzise und schnelle Pässe, Screens, Play Action - diese Dinge waren zu erwarten und Trubisky setzte sie früh gut um. Das half ihm auch dabei, deutlich schneller und entschlossener zu spielen als Glennon zuvor, seine Pässe kamen mehrfach - wenn auch nicht immer - mit Antizipation.
  • Er zeigte außerdem gutes Pocket-Movement und half der Line gegen den Rush. Die Bewegungen wirken fließend, er kann seine Athletik gut einsetzen. Der Fumble ging nicht auf sein Konto, seine Receiver halfen ihm derweil mit mehreren Drops wenig.
  • Beeindruckend sein Verhalten beim Touchdown-Pass: Natürlich war Glück mit dabei, dass Sendejo nicht richtig an den Ball kam. Trubisky aber behielt die Ruhe und die Übersicht, sah das Eins-gegen-Eins-Matchup und dirigierte seinen Tight End vor dem Pass in der Bewegung noch nach links.
  • Zu den negativen Punkten: Trubisky lief mehrfach zu schnell aus einer noch sauberen Pocket, unter anderem auch bei der entscheidenden Interception zum Schluss. Das erklärt auch, warum 37,5 Prozent seiner Pässe von außerhalb der Pocket kamen - der zweithöchste Wert für einen Quarterback in der NFL über die letzten beiden Jahre. Einige seiner Pässe kamen auch noch ungenau oder in Coverage, gerade die späte Interception darf ihm so rein vom Wurf und der Coverage her nicht passieren.
  • Darüber hinaus war es noch ein recht simpler Ansatz insgesamt. Trubisky spielte auch deshalb so schnell, weil er einige One-Read-Plays dabei hatte. Das ist völlig legitim für einen Rookie-Quarterback, spannend wird aber sein, wie er sich hier in den kommenden Wochen weiterentwickelt.

Zahlensalat und Notizen - der Spieltag in Stichpunkten

  • Nein, es war kein guter Auftritt von DeShone Kizer - erneut. Kizer hält den Ball zu lange in der Pocket und verschuldet so Sacks, seine Interception in der Red Zone war grausam. Aber ihn deshalb jetzt auf die Bank zu setzen? Das macht wenig Sinn. Wenn man einen Rookie-Quarterback von Anfang an rein wirft, muss man ihm auch Fehler und Durchhänger zugestehen, insbesondere bei einem Rebuild-Team wie Cleveland. Gerade Kizers College-Tape hat klar gezeigt, dass er deutliche Hochs und Tiefs haben wird. Insofern liegt ein anderer Schluss nahe: Hue Jackson spürt langsam den Druck einer möglichen Entlassung, was die Bedeutung von kurzfristigen Siegen erhöht.
  • Die Probleme gegen Pressure bleiben bei Jared Goff offensichtlich. Gegen die Seahawks hatte er einige sehr gute Pässe, vor allem die Seam-Routes bediente er sehr gut, um Seattles Cover-3-Defense zu attackieren. Die vorentscheidende Interception aber zeigte ein altes Muster: Inside Pressure, Goff weiß nicht, sich aus der Pocket zu bewegen (und die Chance war definitiv da). Stattdessen wirft er unter starker Bedrängnis - in die Arme von Earl Thomas. Goff hat in diesem Jahr große Schritte nach vorne gemacht, er hat aber auch noch viel Arbeit vor sich.
  • Auf der anderen Seite des Balls war es das wohl beste Saisonspiel der Seahawks-Front, auch ohne den verletzten Cliff Avril. Frank Clark ersetzte Avril gut, Sheldon Richardson hatte einige sehr gute Momente. Dass die Rams dabei so wenig Run-lastig spielten, war aber durchaus verwunderlich und untypisch für L.A. unter McVay.
  • Seattles Run Game derweil bleibt ein Grund zur Sorge, es war das dritte von bisher fünf Saisonspielen, in denen die Seahawks nicht über 100 Rushing-Yards kamen. Das liegt natürlich auch an den Verletzungen im Backfield, vor allem aber an der Offensive Line - kaum ein Team hat so viele Runs an oder hinter der Line of Scrimmage gestoppt. Die Seahawks wollten nach einer stark Pass-lastigen Vorsaison mehr Balance. Dass das klappt, ist bislang zumindest nicht absehbar.
  • Jacksonville hat seine Formel für Siege endlich umgesetzt: Die 14 Pässe von Blake Bortles waren die wenigsten für ein Team seit den Bills 2015, Leonard Fournette verzeichnete am Ende doppelt so viele Runs wie Bortles Pässe. Und dank seines 90-Yard-Touchdowns hatte er dabei nur 0,3 Yards pro Run weniger, als Bortles pro Pass. Gleichzeitig hilft es, dass bislang in dieser Saison genau zwei Cornerbacks mit mindestens 200 Snaps eine Catch-Rate von unter 40 Prozent zugelassen haben: Jalen Ramsey und A.J. Bouye.
  • Im Sunday Night Game war ein Problem der Texans-Defense ganz auffällig: Houston spielte über weite Strecken zwar großartige Run-Defense, der Pass-Rush aber hatte gegen die bislang schlechteste Pass-Protecting-Line der NFL seine liebe Mühe. Das wurde vor allem bei konservativerem Rush deutlich, allein in der ersten Halbzeit gab es mindestens sieben Gelegenheiten, bei denen Alex Smith die Pocket relativ unbedrängt zu einer Seite (meist seine rechte) verlassen konnte. Das ermöglichte den Chiefs viele wichtige Completions.
  • Noch einmal zurück zum Jaguars-Sieg in Pittsburgh, denn man darf schon den Game Plan der Steelers hinterfragen: Jacksonville kam mit einer der besten Pass-Defenses und der schlechtesten Run-Defenses nach Pittsburgh. Was machten die Steelers? 55 Pässe für Big Ben, 15 Runs für Le'Veon Bell. Schwer nachvollziehbar. Auch wenn die fünf Interceptions von Roethlisberger dramatischer klingen, als es aussah: Das Passspiel ist und bleibt ein Problem in Pittsburgh.
  • Die Ausfälle von J.J. Watt und Whitney Mercilus sind unglaublich bitter für Houston. So wie sich die Offense über die letzten drei Wochen präsentierte und wie die Division sowie die AFC insgesamt aussehen, durfte man durchaus von einem tieferen Playoff-Run träumen. Ohne Watt und Mercilus fehlt Houston an der Front nicht nur enorme individuelle Qualität, auch die von Houston schon in der vergangenen Saison genutzte 5-Across-Formation verliert jetzt deutlich an Effektivität. Eine der großen Stärken des Trios Watt/Mercilus/Clowney ist es, dass alle drei an der Line of Scrimmage komplett flexibel aufgestellt werden können. Das erlaubt es Houston - wie etwa gegen die Patriots zu sehen - die drei extrem effizient einzusetzen. Jetzt wird das nicht mehr so funktionieren, Offenses können ihre Protection stärker zu Clowney verschieben.
  • Gibt es einen Running-Back-Wechsel in San Francisco? Matt Breida hatte am Sonntag in Indianapolis mehr Snaps (37:35) als Carlos Hyde, war besser ins Passspiel eingebunden und insgesamt der deutlich produktivere Back. Hyde dagegen vermasselte einen Pass-Protection-Snap und ließ einen Pitch von Hoyer fallen, die Dynamik im Niners-Backfield wird über die kommenden Wochen spannend zu beobachten sein.
Seite 2: Vikings, Giants, Cowboys, Packers, Watson - eure Fragen

Vikings, Giants, Cowboys, Packers, Watson - eure Fragen

Maurice: Fällt bei den Vikings durch die Verletzung von Cook das Running Game weg und damit höhere Ziele?

Das Run Game per se nicht, die Line ist deutlich besser, Scheme und Play-Design sind im Vergleich zur vergangenen Saison ebenfalls klar verbessert. Das größere Probleme für Minnesota wird es sein, Cooks Vielseitigkeit zu ersetzen. Murray ist ein solider Runner, McKinnon als explosiver Back und Receiver in Ordnung. Cook beherrscht all diese Qualitäten besser in Personalunion.

Sein Ausfall wird die Vikings-Offense ein Stück weit weniger schwer ausrechenbar machen, es fehlt einfach eine Matchup-Waffe, mit der man Coverage-Vorteile ausnutzen und dem Quarterback das Leben erleichtern kann. Ohne Frage ist Minnesotas Offense dieses Jahr aber zumindest eher in der Lage, einen solchen Ausfall aufzufangen, als noch letztes Jahr. Immerhin: McKinnons Auftritt in Chicago lässt hoffen, dass er Cooks Rolle wenigstens in einer Art Light-Version umsetzen kann.

Leonidas: Wie können die Giants ihre massiven WR-Ausfälle kompensieren?

Nachdem ich letzte Woche schon einiges zu Eli Manning geschrieben hatte, will ich mich hier eher kurz fassen. Und die kurze Version lautet: Die Giants können ihre Wide-Receiver-Ausfälle nicht kompensieren. Beziehungsweise, sie können den wichtigsten Receiver-Ausfall nicht auffangen.

Inzwischen ist klar, dass Odell Beckham den Rest der Saison verpassen wird und damit endet für mich auch die Chance, dass die Giants-Offense das Ruder noch herumreißt. New York baut ganz elementar darauf, über das Scheme Beckham den Ball im freien Raum zu geben, und so seine Explosivität voll zu nutzen. Das Problem dabei: Ein funktionierender Plan B fehlt.

New York ist inzwischen wieder verstärkt zu 3-Receiver-Sets zurückgekehrt, was das Run Game vorhersehbar und die Blocking-Möglichkeiten begrenzt macht. Hier werden die Giants bislang dominiert, das Run-Blocking ist ein riesiges Problem und individuell wird keiner der Backs Line-Schwächen überspielen.

Es ist unter dem Strich eine vergleichsweise eindimensionale Offense, der jetzt der Mittelpunkt sowie mit Marshall (Saisonaus) und Shepard (vorerst) die Optionen zwei und drei fehlen werden. Letzte Woche hatte ich erklärt, warum es zu einfach ist, die Probleme einfach an Manning festzumachen. Jetzt sehen wir eine einfach rundum zahnlose Offense in New York.

tbSilva: Ist Cam wieder auf Normalniveau angekommen oder sehen wir nur die Rückkehr von Streaky Cam?

Vielleicht wäre es nicht ganz fair, die jüngsten beiden Spiele - in denen Newton herausragend gespielt hat - jetzt als Normalniveau zu bezeichnen. Aber keine Frage: Was Newton aktuell auf dem Platz zeigt, ist absolut beeindruckend. Und ich glaube nicht, dass er jetzt plötzlich in ein Loch fällt, denn die Tendenzen passen.

Newton bewegt sich wieder deutlich besser, auch in der Pocket. Vor allem aber scheint er was Scrambles angeht wieder mehr Vertrauen in den eigenen Körper zu haben - und so wird die Panthers-Offense um ein Vielfaches gefährlicher. Jetzt nämlich sieht man, wie all die Motions, Shifts und Option Plays Früchte tragen.

Das war unter anderem beim ersten Touchdown in Detroit der Fall, als Carolina zunächst via Motion einen Play-Action-Spielzug einleitete und Newton anschließend eine Triple Option gab. Und genau so muss die Panthers-Offense in meinen Augen funktionieren. Dass Newton gegen die Lions ein so gutes Spiel hatte, obwohl das Run Game quasi nicht existent war, bestärkt mich in meiner Meinung: Cam ist auf dem Weg zurück zu mehr Konstanz und wir erleben hier keine kurze Stichflamme.

Wo er sich in jedem Fall weiter steigern muss ist das Kurzpassspiel über die Mitte: Neun Pässe innerhalb von zehn Yards über die Mitte waren es gegen Detroit, davon kamen nur fünf an (45 YDS, TD). Umso beeindruckender aber das Intermediate und Deep Passing Game: 9/10, 248 YDS, 2 TD.

Fabian Nitsch: Wie bewertest du Eddie Lacy? Opfer der O-Line oder einfach über den Zenit?

Habe mir das Lacy-Tape zum Spiel gerade nochmal gezielt angeschaut, mein Eindruck: Er wirkt längst nicht so explosiv wie zu besten Packers-Tagen. Klar ist aber auch, dass die Line ihm nur sehr wenig hilft. Lacy traf bei Runs oft richtige Entscheidungen, teilweise aber gab es schlicht keine Chance, irgendwo hin zu gehen. Ich fand jedenfalls nicht, dass Rawls als Runner bedeutend besser aussah. Im Passspiel gibt er Seattle sicher mehr. Was Lacy noch immer hat ist eine gewisse Power - mein Tipp aber ist, dass wir in Seattle die ganze Saison über ein Running-Back-Committee sehen werden.

Wanja Ebelsheiser: Warum bricht Dallas so oft in der zweiten Halbzeit ein? Warum ist die Defense nicht zu Big Plays fähig?

Letzeres würde ich am ehesten so sagen: Es ist weder eine individuell sonderlich gefährlich besetzte Defense, noch ist das Scheme auf Aggressivität und schnelle Stops ausgelegt. Turnover oder Big Plays selbst sind zumindest zu einem gewissen Maße immer auch Glückssache, aber Dallas' Defense nimmt Yards in Kauf - und will Teams dann spätestens in der Red Zone stoppen. Das war das taktische Ziel in der vergangenen Saison und ich sehe nicht, dass sich das bedeutend geändert hat.

Dallas hat dieses Jahr allerdings größere Probleme, diese Stops umzusetzen. Das liegt für mich primär an Schwachstellen in der Secondary und vor allem in der Run Defense. Gleichzeitig aber muss man auch sagen, dass die eigene Offense nicht mehr so dominant ist. Die Line ist definitiv nicht auf dem Level der vergangenen Saison, Dak Prescott überspielt hier schon einige Probleme - den kritischen Pick Six gegen Green Bay, der voll auf das Konto seines Receivers ging, konnte auch er nicht verhindern.

Das sorgte auch für die kuriose Statistik im Schlussviertel: Dallas hatte den Ball im vierten Viertel für 12:44 Minuten und verlor den Abschnitt trotzdem mit 10:20. Die Cowboys haben damit jetzt seit eine Heim-Bilanz von 15 Siegen und zehn Niederlagen, wenn sie mindestens 30 Punkte erzielen - deutlich schlechter als die ligaweite Sieg-Quote in solchen Spielen von 89 Prozent.

Phil: Wie sehr müssen sich die Cowboys ärgern, Jalen Ramsey nicht gedraftet zu haben? Potentiell bester Spieler der Draft-Klasse?

Nach Week 1 hatte ich meine Meinung zum Draften von Running Backs schon ausführlich erklärt, die Frage passt aber so gut in diese Woche, dass ich sie aufnehmen wollte. Die Kurzfassung: In ein gutes Run Game fließen viele Faktoren mit ein, Dinge wie die Offensive Line, die Mobilität des Quarterbacks, die Play Designs und die Bedrohung durch Receiver und das Passspiel generell. Ein sehr guter Running Back kann eine Offense trotzdem nochmals auf ein anderes Level heben - dafür aber müssen zumindest einige Faktoren um ihn herum stimmen.

Dazu kommt die aufgrund der Physis der Position begrenzte "Haltbarkeit", wenn man so will, von Running Backs. Dallas hätte im Draft mit Ramsey einen herausragenden Cornerback haben können, der aktuell auf einem sensationellen Level spielt. Ein solcher Spieler kann eine komplette Defense verändern, weil es einem ganz andere Coverage- und somit Pressure- und Blitz-Möglichkeiten gibt. Und die Cowboys könnten einen solchen Spieler mehr als gut gebrauchen, während sie ohnehin schon selbst ohne Elliott viele Ressourcen in die Line gesteckt haben. In meinen Augen hat Dallas da einen Fehler gemacht.

Deutscher Cheese-Head: Was hältst du vom Running Game der Packers mit Aaron Jones?

Es gab mehrere Fragen zum Run Game der Packers und zu Aaron Jones, hier ist, was ich denke: Wenn Montgomery wieder fit ist, bleibt er der Starter - seine enormen Qualitäten als Receiver machen ihn zu einem dringend benötigten Matchup-Spieler, darüber hinaus kennt er die Offense und vor allem Rodgers' diverse Adjustment-Calls.

Aber wenn Jones so weiter spielt, wird er sich einen ordentlichen Prozentsatz der Snaps verdienen, die beiden ergänzen sich sehr gut. Montgomery hat einen geduldigeren, abwartenden Laufstil, er versucht, auf die Lücke zu warten. Jones wirkt bei dem bisschen Tape, was es bisher von ihm gibt, explosiver und wie der bessere Downhill-Runner.

Dabei aber sollte man sich vom Cowboys-Spiel nicht zu sehr täuschen lassen: Jones hatte im Schnitt 3,8 Yards vor erstem Gegnerkontakt - schlanke 2,7 Yards mehr als Montgomery bislang in dieser Saison. Die O-Line der Packers dominierte. Trotzdem war es ein sehr, sehr gutes Spiel von Jones.

Rene J.: Analyse zu Watson nach seinem ersten richtigen (hoffentlich erfolgreichen) Härtetest?

Kurz gesagt: Das erwartbare Licht und Schatten, mit ein paar klaren Ausreißern nach oben. Zwei Dinge sind mir auf Tape jetzt zum wiederholten Male bei Watson aufgefallen, beide sollten Texans-Fans jede Menge Optimismus geben: Watson zeigt sehr gute Pocket Movement und er geht tatsächlich, auch bei Dropback-Pässen, schon sehr konstant durch seine Reads.

Sicher, Play Action, Misdirection und dergleichen verschaffen ihm Zeit, Kansas City aber attackierte ihn da gezielter als andere Teams - einige Male auch mit einem Quarterback-Spy, der beim Play-Action-Pass direkt für ihn zuständig war. Trotzdem zeigte er am Ende noch einige tolle Deep Balls, warf im Laufe des Spiels allerdings auch einige Pässe klar in Coverage und hatte das eine oder andere Mal Interception-Glück. Watson hatte Probleme damit, die linke Seite des Feldes zu bedienen: Hier stand er insgesamt bei 5/14.

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