NFL: Sherman: "Ich habe schlimmere Dinge gesagt"

Für Richard Sherman war vor allem der erste Teil der Offseason außergewöhnlich turbulent: Der Cornerback der Seattle Seahawks musste Trade-Diskussionen und Gerüchte über Zoff mit Quarterback Russell Wilson über sich ergehen lassen. Jetzt meldete er sich selbst zu Wort.

Für Richard Sherman war vor allem der erste Teil der Offseason außergewöhnlich turbulent: Der Cornerback der Seattle Seahawks musste Trade-Diskussionen und Gerüchte über Zoff mit Quarterback Russell Wilson über sich ergehen lassen. Jetzt meldete er sich selbst zu Wort.

In einem ausführlichen ESPN-Bericht Ende Mai war von anhaltenden internen Streitereien bei den Seahawks die Rede, die angeblich bereits auf die Super-Bowl-Pleite gegen die New England Patriots 2015 zurückgingen. Insbesondere Sherman soll darüber nie ganz hinweggekommen sein und vor allem zu Quarterback Russell Wilson ein schlechtes Verhältnis haben.

Sowohl der Cornerback, als auch Defensive Lineman Michael Bennett dementierten bereits deutlich - in einem ausführlichen Interview mit ESPN erklärte Sherman jetzt erstmals ausführlich die Situation: "Ich habe eine professionelle Beziehung zu Russell. Wir sind Profis. Jeder bei uns versteht sich. Habe ich die gleiche Beziehung zu Russell wie zu Doug (Baldwin) oder zu Bobby (Wagner)? Nein."

Als Mitspieler und Team-Kollegen allerdings seien er und Wilson "phänomenal. Aber nicht jeder Spieler im 53-Mann-Kader verbringt auch seine Freizeit miteinander. Niemand fragt ja auch danach, warum Tom Brady nicht mit Malcolm Butler rumhängt. Die Leute versuchen da nur eine Story zu kreieren, die es eigentlich gar nicht gibt."

Sherman: "Ich habe schlimmere Dinge gesagt"

In diesem Zusammenhang gab es auch eine Anekdote, wonach er Wilson nach einer Interception im Training zugerufen habe, dass er "scheiße" ist. Sherman bestätigte: "Die Geschichte ist zu 100 Prozent korrekt. Und ich habe schlimmere Dinge gesagt, zu verschiedenen Leuten. Eisen schärft Eisen, ein Mann macht den anderen besser. Es tut mir leid, dass unsere Art, besser zu werden und einander anzustacheln von außen betrachtet nicht unbedingt schön ist. Ich bin mir sicher, dass bei schlechten Teams alle im Training gut miteinander klar kommen. Aber dann steht man am Ende eben bei 4-12."

Darüber hinaus bezog Sherman zu den Trade-Gerüchten im Sommer Stellung: "Das war alles okay. Solche Gespräche gibt es in jedem einzelnen Jahr. Der Unterschied war nur: Dieses Mal gelangten sie an die Öffentlichkeit, warum auch immer. Würde irgendwer mit einem völlig verrückten Angebot für Kam (Chancellor), Earl (Thomas) oder mich ankommen, würden sie sich das bestimmt anhören. Es ist ein Geschäft."

Die Gespräche mit den Seahawks waren demnach "eine offene Konversation. Das Team versucht immer, jünger zu werden, und das war einfach ein Aspekt dieser Tatsache."

Erst Ende April hatte Seattles Geschäftsführer John Schneider mit Blick auf einen Trade des Cornerbacks bei SeattlePI.com schließlich erklärt: "Im Moment haben wir das hinter uns gelassen." Einzige Ausnahme: "Falls jemand anruft und irgendetwas Verrücktes anbietet, dann werden wir darüber diskutieren."

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